Lawinenschutzdamm in Johnsbach fertiggestellt

Dipl. Ing. Markus Mayerl (WLV), Bgm. Christian Haider und Ing. Rainer Göschl © WLV Dipl. Ing. Markus Mayerl (WLV), Bgm. Christian Haider und Ing. Rainer Göschl
Rechtzeitig vor Beginn des Frühlings und der April-Regenzeit wurde das Dammbauwerk zum Schutz des Siedlungsraumes vor der Kaltenbachgrabenlawine abgeschlossen.

Die Wildbach- und Lawinenverbauung hat den 150 Meter langen und 8 Meter hohen Auffangdamm errichtet, um den darunterliegenden Weiler mit Einfamilienhäusern, Nebengebäuden sowie den Gasthof „Ödsteinblick“ mit Beherbergungsbetrieb vor Lawinenabgängen zu schützen.

Der Bau des Lawinenauffangdamms begann im Juni 2024. Trotz feuchter Wetterphasen im Sommer und Herbst konnte das Bauwerk termingerecht fertiggestellt werden, sodass es bereits in diesem Winter Schutz bieten kann. Durch die spezielle Bauweise mit „Bewehrter Erde“ ist eine weitgehende Begrünung des Dammes möglich. Die landschaftliche Gestaltung rund um den Damm sowie die Bepflanzung erfolgen im Frühjahr 2025 nach der Schneeschmelze.

Zusätzlich ist für das Frühjahr der Umbau des verrohrten Kaltenbachgrabens in ein naturnahes, sohloffenes Gerinne geplant. Dabei wird auf eine ökologische Anbindung an den Johnsbach geachtet, sodass der Bach für Wasserlebewesen durchgängig bleibt. Eine neue Landesstraßenbrücke soll ebenfalls unmittelbar nach dem Winter errichtet werden.

Fortschritte bei der Renaturierung des Kaltenbachgrabens

Die Arbeiten am Kaltenbachgraben wurden Anfang März wieder aufgenommen. Nach der bereits erfolgten Umleitung der Landesstraße stehen als nächste Schritte die Verlegung von Leitungen, der Bau der Landesstraßenbrücke sowie die Errichtung des neuen Gerinnes bis zum Johnsbach an. Der zuständige Bauführer Ing. Rainer Göschl und das Team der Wildbach- und Lawinenverbauung unter Vorarbeiter Kuntner Stefan sind zuversichtlich, dass die neue Landesstraßenbrücke bis Mai fertiggestellt wird.

Sofortmaßnahmen nach dem Unwetter im September 2024

Das Unwetter vom 13. bis 15. September 2024 mit einer intensiven Vb-Wetterlage führte in der Region Admont zu massiven Starkregenereignissen und lokalen Überflutungen. Glücklicherweise fiel ein Teil des Niederschlags in höheren Lagen als Schnee, wodurch die Wassermengen im Tal reduziert wurden.

Besonders betroffen waren der Steinergraben, Gsiggraben, Tiefenböckgraben, Hinterscheibleggerbach sowie der Schüttgraben im Geißenbach. Hier kam es zu Rutschungen, Geschiebemobilisierung, Vermurungen und Überflutungen. Die Wildbach- und Lawinenverbauung hat umgehend ein Bauprogramm für Sofortmaßnahmen erstellt, um die gefährlichsten Stellen schnell zu sichern.

Bereits im Herbst 2024 wurden am Schüttgraben und im Geißenbach notwendige Geschieberäumungen durchgeführt. Am Tiefenböckgraben sorgten Baggerarbeiten für eine Wiederherstellung geregelter Abflussverhältnisse. Nach der Schneeschmelze Anfang März wurden weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Gerinne und Hangbefestigungen begonnen. Im Steinergraben und Hinterscheibleggergraben errichtet das Team der Wildbach- und Lawinenverbauung einwandige und doppelwandige Holzsperren zur Stabilisierung der Uferbereiche.

Zusätzlich wird das Geschiebebecken im Gsiggraben, das mit rund 3.000 m³ Material und Treibholz gefüllt ist, geräumt.

Gemeinde setzt auf langfristigen Schutz

Bürgermeister Christian Haider betont die Bedeutung der Schutzmaßnahmen: „Mit dem Lawinenablenkdamm im Ortsteil Johnsbach haben wir das größte Schutzprojekt unserer Gemeinde erfolgreich umgesetzt und können den betroffenen Siedlungsraum nun nachhaltig sichern. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung ist es uns zudem gelungen, ein Sofortmaßnahmenpaket in Höhe von 300.000 Euro aufzustellen. Dies ist dringend notwendig, um bestehende Gefahrenstellen zu entschärfen und für künftige Starkregenereignisse besser gerüstet zu sein.“

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