Gastronomie- Deutsch für Urlauber

Empfehlung Gastronomie- Deutsch für Urlauber
Waren Sie schon einmal in norddeutschen Regionen unterwegs?

Wenn ja, dann haben Sie sich in Gaststätten bei der Speisenauswahl wahrscheinlich etwas schwer getan.

Dass dort die bei uns als Frankfurter bekannten Würstel Wiener genannt werden, ist ja ein „alter Hut".

Pfifferlinge, Klöße, Eisbein, Pfannkuchen und andere Speisenbezeichnungen haben allerdings ebenfalls längst Einzug auf Speisenkarten hierzulande gehalten.

Wenn einer von uns in ein ihm bislang fremdes Land reist, ist es vorteilhaft, sich vorher die dort gebräuchlichen Bezeichnungen für Speis und Trank einzuprägen, damit er ungefähr weiß, was er auf den Teller bekommt. Unsere touristenfreundlichen Betriebe dagegen nehmen vorsorglich Rücksicht auf die Gäste aus anderen Ländern, auch wenn diese benachbart sind.

Wenn dem deutschen Gast – ausgenommen er kommt aus Bayern, wo die Sprache mit der unsrigen ja ziemlich artverwandt ist – auf einer Speisenkarte etwa „Eierschwammerln mit Semmelknödel" angeboten werden, so kriegt er gleich zwei Fremdwörter auf einen Schlag vorgesetzt.

Apropos Schlag. Der wird hierzulande zumindest verbal ohne die zugehörige Sahne serviert. Wozu auch, in der Kürze liegt die Würze. Und es muss doch jedermann klar sein, dass er zu seinem Topfen- alias Quarkstrudel oder seinem Eiskaffee keine Watschen aufgetischt bekommt, sondern steif gequirltes Obers.

Wenn ein norddeutscher Gast im Hotel sich am Frühstücksbuffet selber bedient, ist es außerdem egal, wie das heißt, wonach er greift. Es sei denn, das Gewünschte ist nicht mehr vorhanden. Dann würde der Gast wahrscheinlich fragen, ob es noch ein paar Brötchen gibt.

Bleib noch der Knödel. Lautmalerisch ist er ja eine rundere Sache als der Kloß. Man hört förmlich, wie ihn die Köche zwischen den gewölbten Handflächen rollen. Und er lässt, in korrektem Österreichisch, keine erkennbare Mehrzahl zu. Der Knödel, die Knödel. Eine Regel, die von unseren Wirtsleuten allerdings oft genug umgangen wird. Denn man möchte dem Gast schon deutlich machen, dass er auf seinem Teller mehr als einen einsamen Kloß erwarten darf.

Erfreulicher Weise haben uns die deutschen Urlauber besonders gern. Deshalb sollen sie auch Freude empfinden, wenn sie die bei ihnen daheim gebräuchlichen Bezeichnungen von Essbarem auf den Speisenkarten unserer Gastronomen finden.
Für einheimische Gäste kann man ja die steirische „Übersetzung" hinzufügen.

Und wenn ein Besucher aus dem hohen Norden sich „steirisch weiterbilden" möchte, sind wir alle ihm sicher gerne dabei behilflich, oder?

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