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Allerseelen erinnert an jene, die uns fehlen
Allerseelen ist ein Tag der Erinnerung, der Besinnung und des stillen Gedenkens. Wenn auf den Friedhöfen im Bezirk Liezen unzählige Kerzen leuchten, sollte eines im Mittelpunkt stehen: die Erinnerung an jene Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Nicht das gesellschaftliche Sehen und Gesehenwerden, nicht teure Markenkleidung und schon gar kein Wettbewerb um den schönsten Auftritt.
Wenn sich rund um Allerheiligen und Allerseelen die Friedhöfe mit Besuchern füllen, begegnen sich Menschen, die einander vielleicht schon lange nicht mehr gesehen haben. Man tauscht ein paar Worte aus, erinnert sich an gemeinsame Bekannte und hält an den Gräbern der Verstorbenen inne.
Das gehört zu unserer Tradition und ist ein wertvoller Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Doch manchmal könnte man meinen, der Friedhof sei nicht nur ein Ort des Gedenkens, sondern auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt, bei dem das äußere Erscheinungsbild eine besonders große Rolle spielt.
Der Friedhof ist kein Laufsteg
Ob Louis Vuitton, Chanel oder andere klingende Namen der Modewelt – spätestens wenn die Temperaturen im November sinken und dicke Wintermäntel getragen werden, sieht ohnehin kaum jemand, welche kostspieligen Marken darunter verborgen sind.
Und eigentlich ist das auch gut so.
Denn am Friedhof sollte es keine Rolle spielen, wie teuer eine Handtasche, ein Mantel oder die Schuhe sind. Ein stilles Gebet, eine liebevoll entzündete Kerze oder ein ehrlicher Gedanke an einen verstorbenen Menschen sind mehr wert als jedes noch so exklusive Kleidungsstück.
Erinnerungen brauchen keine Luxusmarken
Gerade in unseren Gemeinden im Bezirk Liezen sind Allerheiligen und Allerseelen tief verwurzelte Tage des Zusammenkommens. Familien besuchen die Gräber ihrer Angehörigen, schmücken sie mit Blumen und Kerzen und nehmen sich Zeit für Erinnerungen.
Dabei geht es nicht darum, wer das aufwendigste Grabgesteck mitbringt, wer am elegantesten gekleidet ist oder wer gesellschaftlich besonders auffällt. Es geht um Menschen, die uns fehlen. Um Eltern, Großeltern, Partner, Geschwister und Freunde, deren Stimmen verstummt sind, deren Geschichten aber weiterleben.
Natürlich darf sich jeder so kleiden, wie er möchte. Gepflegte Kleidung und ein würdevoller Auftritt gehören für viele Menschen zum Ausdruck ihres Respekts. Doch zwischen einem angemessenen Erscheinungsbild und dem Bedürfnis, Eindruck zu machen, besteht ein Unterschied.
Was wirklich bleibt
Allerseelen erinnert uns auch daran, wie vergänglich vieles ist, dem wir im Alltag große Bedeutung beimessen. Besitz, gesellschaftlicher Status und teure Marken verlieren irgendwann ihren Glanz. Was bleibt, sind die Spuren, die ein Mensch im Leben anderer hinterlassen hat.
Vielleicht sollten wir uns gerade an diesem Tag wieder etwas stärker auf das Wesentliche besinnen: auf Dankbarkeit, auf gemeinsame Erinnerungen und auf jene Menschen, die uns ein Stück unseres Lebens begleitet haben.
Denn am Ende zählt nicht, welche Marke wir getragen haben, sondern wie viel Liebe, Menschlichkeit und Herzlichkeit wir anderen Menschen geschenkt haben.
Und eines ist gewiss: Unsere Verstorbenen hätten wohl mehr Freude an einem aufrichtigen Gedanken als an einer teuren Chanel-Handtasche am Grab.
Allerseelen ist schließlich ein Tag des Gedenkens – und keine Modenschau zwischen Grabsteinen.
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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