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    Leute & Leben

    Die Windkraft oder die Wildnis?


    Wie Österreich beides schützen kann
    Die Windkraft oder die Wildnis?
    © Nationalpark Gesäuse
    31. März 2026

    Österreich steht vor einer doppelten Verantwortung: den Klimawandel bekämpfen und gleichzeitig seine einzigartigen Naturlandschaften bewahren. Der Schlüssel dafür liegt in einer klaren Strategie – der Zonierung.

    Windkraftprojekte am Rand des Nationalparks Gesäuse

    In unmittelbarer Nähe des Nationalparks Gesäuse sind aktuell drei Windparkprojekte bekannt: Herrenwaldrücken, Radmer und Hubereck. Das wirft eine zentrale Frage auf: Wie positioniert sich die Nationalparkverwaltung gegenüber diesen Vorhaben?

    Klimaschutz ja – aber nicht um jeden Preis

    Der Ausbau erneuerbarer Energien ist unumgänglich. Ebenso notwendig ist jedoch ein verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Naturräumen. Laut dem Positionspapier „Nationalparks und erneuerbare Energie“ des Beirats der österreichischen Nationalparks ist klar:

    Eine vollständige Versorgung Österreichs mit erneuerbarer Energie ist möglich, ohne Eingriffe in das relevante Umfeld der Nationalparks vorzunehmen.

    Das bedeutet: Der Ausbau von Windkraft muss nicht auf Kosten der wertvollsten Schutzgebiete erfolgen.

    Die Aufgabe der Nationalparks: Schutz statt Kompromiss

    Nationalparks haben den klaren Auftrag, Natur zu bewahren und vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Großanlagen zur Energiegewinnung – ob Wasserkraft oder Windenergie – sind innerhalb der Schutzgebiete ausgeschlossen, da sie den Zielen eines Nationalparks widersprechen.

    Doch auch Projekte außerhalb der Grenzen können Auswirkungen haben:

    • Gefährdung von Vögeln durch Kollisionen mit Windrädern
    • Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, besonders in touristisch sensiblen Regionen wie dem Gesäuse
    • Auswirkungen auf den naturnahen Tourismus, der jährlich Millionen in die Region bringt

    Die Lösung: Klare Zonierung

    Die Nationalparkverwaltung folgt den Empfehlungen des Beirats der österreichischen Nationalparks. Dieser schlägt eine Ausschlusszone von fünf Kilometern rund um Nationalparks vor.

    Diese Zonierung bietet einen praktikablen Mittelweg:

    • Erneuerbare Energie dort ausbauen, wo sie verträglich ist
    • Schutzgebiete konsequent freihalten
    • Konflikte zwischen Klimaschutz und Naturschutz minimieren

    Ein gemeinsamer Rahmen für alle Entscheidungsträger

    Der Beirat der österreichischen Nationalparks ist ein übergreifendes Gremium aus Vertreter:innen von Bund, Ländern und Naturschutzorganisationen. Seine Empfehlungen dienen als Orientierung für:

    • Raumordnung und Naturschutz auf Landesebene
    • Flächenwidmung in Gemeinden
    • Entscheidungen von Interessensvertretungen und privaten Projektwerbern

    Fazit: Kein Entweder-oder, sondern ein Sowohl-als-auch

    Österreich braucht Windkraft – und Österreich braucht seine Naturlandschaften. Mit einer durchdachten Zonierung lässt sich beides vereinen: effektiver Klimaschutz und der langfristige Erhalt unserer einzigartigen Natur.


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