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Nicht nur zuschauen, sondern selbst anpacken

55 Jugendliche der Mittelschule Liezen tauschten für einen Vormittag das Klassenzimmer gegen die Werkbank. Bei den „Kreativen Lehrlingswelten“ wurde Berufsorientierung zum spannenden Erlebnis – und so manches verborgene Talent entdeckt.
Liezen. Welcher Beruf passt zu mir? Was macht eigentlich ein Elektrotechniker? Und wie fühlt es sich an, selbst mit professionellem Werkzeug zu arbeiten? Antworten auf diese Fragen gab es für rund 55 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Liezen nicht aus dem Schulbuch, sondern direkt aus der Praxis.
Im Rahmen des LEADER-Projekts „Kreative Lehrlingswelten“ verwandelte sich der Turnsaal der Schule in eine lebendige Berufswerkstatt. Statt trockener Theorie standen Neugier, handwerkliches Geschick und vor allem das eigene Ausprobieren im Mittelpunkt.
Talente entdecken statt nur darüber reden
Ob Elektrotechnik, Tischlerei, Metalltechnik, KFZ-Technik, Fotografie, Floristik oder pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz – an zahlreichen Stationen konnten die Jugendlichen unterschiedliche Berufswelten kennenlernen.
Es wurde geschraubt, gestaltet, gewerkt und mit berufstypischen Werkzeugen gearbeitet. Dabei zeigte sich schnell: Wer selbst Hand anlegen darf, entdeckt oft Fähigkeiten und Interessen, von denen er zuvor noch gar nichts wusste.
Auch die ÖBB und das Bildungszentrum Rottenmann der Caritas Schulen nutzten die Gelegenheit, um den Jugendlichen interessante Ausbildungs- und Zukunftsperspektiven näherzubringen.
Heimische Betriebe investieren in die Fachkräfte von morgen
Wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schulen und regionaler Wirtschaft ist, zeigte sich bei dieser Veranstaltung besonders deutlich. Heimische Betriebe nahmen sich Zeit, um jungen Menschen ihre Berufe näherzubringen, Fragen zu beantworten und Begeisterung für eine Lehrausbildung zu wecken.
„Es ist uns ein großes Anliegen, jungen Menschen zu zeigen, wie vielfältig und spannend eine Lehrausbildung in unserer Region ist. Die Lehrlingsausbildung ist ein österreichisches Erfolgsmodell, das vom Engagement unserer Schulen und Betriebe getragen wird“, betonte Sigrun Voitle, regionale Koordinatorin für Bildungs- und Berufsorientierung beim RML Regionalmanagement Bezirk Liezen.
Auch Schuldirektor Andreas Gasteiner zog eine ausgesprochen positive Bilanz: „Es freut mich, dass wir mit der Unterstützung unserer heimischen Betriebe Einblicke in neun verschiedene Lehrberufe geben durften. Ich darf mich bei allen unseren Betrieben für ihre Zeit und ihr Mitwirken bedanken. Gemeinsam ist es uns gelungen, die Bedeutung der Lehrberufe in den Vordergrund zu rücken.“
Ein Vormittag, der Zukunftsperspektiven eröffnet
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Direktor Andreas Gasteiner, Lehrerin Sasika Breutmann, Sigrun Voitle und Projektorganisatorin Manuela Fast von „Qua“.
Die Organisation und Betreuung übernahm die ARGE Lehrlingswelten in Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben und der steirischen LEADER-Region Liezen–Gesäuse.
Der besondere Wert dieser Initiative liegt darin, dass junge Menschen nicht nur über Berufe informiert werden, sondern selbst erleben können, was hinter den einzelnen Tätigkeiten steckt. Gerade in einer Region wie dem Bezirk Liezen, in der gut ausgebildete Fachkräfte für die Zukunft vieler Betriebe entscheidend sind, ist diese Form der Berufsorientierung besonders wertvoll.
Am Ende blieb weit mehr als ein abwechslungsreicher Schultag: Viele neue Eindrücke, praktische Erfahrungen und vielleicht bei dem einen oder anderen Jugendlichen bereits eine erste Vorstellung vom eigenen Traumberuf.
Denn manchmal braucht es nur einen einzigen Vormittag, um die Begeisterung für einen Beruf zu entdecken, der später das ganze Leben prägen kann.
Die „Kreativen Lehrlingswelten Steiermark“ werden mit Mitteln des Bundes, des Landes Steiermark und der Europäischen Union unterstützt und sind eine Kooperation steirischer LEADER-Regionen.
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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