Erster Wolf soll bei uns entnommen werden
„Wer unsere Almen erhalten will, muss auch den Mut zu gezielten Wolfsentnahmen haben.“
Mit der geplanten Freigabe des ersten Problemwolfs zur Entnahme in der Steiermark wird ein längst notwendiger Schritt gesetzt. Dabei geht es nicht um ein ideologisches „Für oder Gegen den Wolf“, sondern um den Schutz einer einzigartigen Kulturlandschaft und jener Menschen, die sie seit Generationen mit harter Arbeit erhalten.
Die steirischen Almen sind kein unberührter Naturraum, sondern das Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung. Sie zählen zu den wertvollsten Lebensräumen unseres Landes und verbinden Landwirtschaft, Jagd und Wildtiere zu einem funktionierenden Ökosystem. Gleichzeitig sind sie Erholungsraum für tausende Menschen und ein wichtiger Faktor für Tourismus, Artenvielfalt und regionale Lebensmittelproduktion.
Doch dieses bewährte System gerät zunehmend unter Druck. Während die Zahl der Almbauern kontinuierlich zurückgeht, breitet sich der Wolf immer stärker aus. Kommt es – wie zuletzt im Ennstal – wiederholt zu Rissen von Rindern, Schafen oder Ziegen, entstehen nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schäden, sondern vor allem großes Tierleid. Wenn Problemwölfe wiederholt Nutztiere angreifen, braucht es rasche und konsequente Maßnahmen.
Denn wer Almbauern dazu zwingt, ihre Tiere nicht mehr auf die Alm zu treiben oder die Bewirtschaftung überhaupt aufzugeben, gefährdet weit mehr als einzelne Betriebe. Mit jeder aufgegebenen Alm drohen wertvolle Kulturlandschaften zu verbuschen und zu verschwinden – mit weitreichenden Folgen für Biodiversität, Tourismus, Jagd und die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln.
Die gezielte Entnahme auffälliger Wölfe ist daher ein unverzichtbares Instrument eines verantwortungsvollen Wildtiermanagements. Zahlreiche europäische Länder, darunter die Schweiz, zeigen, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf nur dann dauerhaft möglich ist, wenn Problemtiere konsequent entnommen werden können.
Mit Sorge ist zudem zu beobachten, dass eine radikale Tierschutzorganisation im Bezirk Liezen Anzeigen gegen Almbauern einbringt, weil diese ihre Tiere auf die Alm treiben. Sollten dadurch Bauern verunsichert werden oder Betriebe ihre Almwirtschaft einstellen müssen, wären die Folgen für den Erhalt der steirischen Almlandschaft gravierend.
Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau:
„Die Steirerinnen und Steirer wollen ihre Almen erhalten. Sie wollen gepflegte Berglandschaften, regionale Lebensmittel von höchster Qualität und eine funktionierende Almwirtschaft. Unsere Almen sind zugleich unverzichtbarer Lebensraum für zahlreiche Wildtierarten und ein wesentlicher Bestandteil unserer Kulturlandschaft.
Dafür braucht es klare politische Entscheidungen und den Rückhalt für jene Menschen, die diese Landschaft Tag für Tag bewirtschaften – nicht die romantische Verklärung eines Raubtiers, dessen Ausbreitung zunehmend zu Konflikten führt.
Der erste genehmigte Abschuss eines Problemwolfs in der Steiermark ist daher kein Zeichen gegen den Wolf, sondern ein Zeichen für einen Naturschutz mit Hausverstand. Die Entnahme eines Tieres, das wiederholt schwere Schäden verursacht hat, ist ein klares Bekenntnis zum Schutz der Almen, der bäuerlichen Familienbetriebe und einer Kulturlandschaft, die für die Steiermark von unschätzbarem Wert ist.“



