Tod oder nicht Tod, das ist die Frage

Musca domestica female James K. Lindsey - Musca domestica female
Während ich auf die Schneemassen hinausblicke, kommt mir ein seltsamer Gedanken:

 

Was passiert eigentlich mit den Stubenfliegen im Winter? Halten sie Winterschlaf,  so wie die Bären? Fliegen sie in den Süden? Oder geht es ihnen aufgrund der Kälte an den Kragen.

Letzteres glaube ich nicht, denn sobald die Holscheite im Ofen knackende Wärme verbreiten und die Temperatur in unserer Wochenendhütte auf etwa 10 Grad steigt, krabbeln einige hartnäckige Exemplare aus den Ritzen der Holzvertäfelung. Ungelenk und apathisch zwar, aber lebendig. Und je mehr die Wärme steigt, desto wohler fühlen sich diese Quälgeister und irgendwie erinnern sie mich dabei an den legendären Polizeipräsidenten Heribert Pilch alias Kurt Weinzierl.

Ich habe im Netz recherchiert und bin auf SWR fündig geworden, wo Ariane Uebber dieses Thema aufbereitet hat.  (Für den vollständigen Bericht bitte auf den Link klicken).

Jedes Jahr, kurz vor Kälteeinbruch verfolgt die weibliche Stubenfliege nur ein Ziel: so viele Nachkommen wie möglich zu sichern. Für die Eiablage braucht sie viel Feuchtigkeit und eiweißhaltige Nahrung für die Larven. Die perfekte Kinderstube ist dafür ein mit Küchenabfällen durchsetzter Komposthaufen. Die Larven und die Puppen können hier geschützt überwintern. Sie selbst hat im Freien keine Überlebenschancen.

Die sinkenden Temperaturen machen die Stubenfliegen zunächst träge. So träge, dass einige sogar gegen die Scheiben fliegen. Schließlich können sie sich kaum von der Stelle rühren. Bei etwa Null Grad tun sie es Herbstblättern gleich und fallen zu Boden. Sinkt die Temperatur weit unter den Gefrierpunkt ist jedes Stubenfliegenleben ausgehaucht. Einige von ihnen haben es geschafft in menschliche Behausungen zu flüchten. Doch auch hier entkommen sie nicht dem Tod. Sie sterben, indem sie quasi vertrocknen - von innen heraus.

Die Fliegen und der Fliegenschimmel

Schuld daran ist der Fliegenschimmel, eine Pilzart, die vor allem im Herbst auftritt. Wenn dieser Pilz mit Fliegen in Berührung kommt, deren Immunabwehr geschwächt ist, dringt er in ihren Körper ein und saugt ihn regelrecht aus. Die wenigen, die dem Pilz und dem Frost entkommen, muss man jetzt suchen, so rar sind sie geworden. Sie überwintern in Kellern und auf Dachböden. Die kühlen Temperaturen hier bewirken, dass ihr Stoffwechsel sich stark verlangsamt. So kann eine Stubenfliege, die normalerweise nur vier Wochen lebt, über drei Monate den Winter überstehen.

Tja, mal schauen ob dieser Winter so hart für die Fliegen war, wie er es für uns noch immer ist. Und wenn die summenden Quälgeister, was ich stark annehme, überlebt haben und im Frühling in Heerscharen wieder über uns herfallen, dann hilft wohl nur Kampf oder Flucht. Man könnte ja irgendwohin fliegen, wo es keine Fliegen gibt. Gibt´s das überhaupt?

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