Notfalltraining stärkt Teamarbeit im LKH
- verfasst von BLO24
- Fenstergucker
Rottenmann. Im Krankenhaus können sich Situationen innerhalb weniger Augenblicke dramatisch verändern. Dann sind nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern vor allem eingespielte Abläufe, klare Kommunikation und perfektes Teamwork gefragt. Genau diese Fähigkeiten standen beim dreitägigen mobile SIM-Training am LKH Rottenmann-Bad Aussee, Standort Rottenmann, im Mittelpunkt. Unter realitätsnahen Bedingungen trainierten interdisziplinäre Teams den Ernstfall – für noch mehr Sicherheit in der Patientenversorgung.
Das mobile Simulationstraining des Simulationszentrums der KAGes bringt modernste Ausbildung direkt an den Arbeitsplatz. Statt in einem Schulungszentrum finden die Übungen dort statt, wo Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen täglich zusammenarbeiten. Dadurch lassen sich Abläufe optimal an die örtlichen Gegebenheiten anpassen und unter realistischen Bedingungen trainieren.
Hightech-Simulatoren schaffen realitätsnahe Notfallszenarien
Während der drei Trainingstage wurden verschiedenste medizinische Notfallsituationen simuliert – von plötzlich eintretenden Gesundheitsverschlechterungen bis hin zu komplexen intensivmedizinischen Szenarien, die rasches und abgestimmtes Handeln erfordern.
Zum Einsatz kamen hochmoderne Patientensimulatoren, die wie echte Patientinnen und Patienten auf medizinische Maßnahmen reagieren. Sie sprechen, atmen, verändern ihre Vitalwerte und ermöglichen dadurch ein Training unter nahezu realen Bedingungen.
Beteiligt waren Ärztinnen und Ärzte der Inneren Medizin sowie der Anästhesie und Intensivmedizin, das Endoskopie-Team, das Reanimationsteam und das interdisziplinäre Intensivpflegeteam. Die Szenarien wurden von speziell geschulten Instruktorinnen und Instruktoren gesteuert, darunter auch Führungskräfte des Standortes Rottenmann.
Kommunikation und Teamarbeit als entscheidender Erfolgsfaktor
Neben der medizinischen Versorgung lag der Schwerpunkt insbesondere auf den sogenannten Non-Technical Skills. Trainiert wurden strukturierte Kommunikation, klare Rollenverteilung, sichere Entscheidungsfindung sowie das Crew Resource Management (CRM). Gerade diese Fähigkeiten tragen wesentlich dazu bei, dass Teams auch unter höchstem Zeitdruck ruhig, koordiniert und effizient handeln können.
Nach jeder Simulation folgte eine gemeinsame Nachbesprechung. Dabei wurden die Einsätze analysiert, erfolgreiche Abläufe hervorgehoben und Verbesserungspotenziale offen diskutiert. Dieser strukturierte Austausch stärkt nachhaltig die Handlungssicherheit und die Zusammenarbeit im Klinikalltag.
Lernen ohne Risiko – für mehr Sicherheit im Ernstfall
Das Simulationszentrum der KAGes am Standort Hörgas zählt zu den modernsten Einrichtungen Österreichs. Dort werden regelmäßig Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Berufsgruppen an hochentwickelten Simulatoren ausgebildet. Mit mobile SIM wird dieses Ausbildungsangebot direkt in die Krankenhäuser gebracht und ermöglicht praxisnahes Lernen ohne Risiko für Patientinnen und Patienten.
„Im Notfall entscheidet oft nicht nur die medizinische Expertise über den Behandlungserfolg, sondern vor allem das Zusammenspiel des gesamten Teams. Genau deshalb sind Simulationstrainings wie mobile SIM so wertvoll. Sie geben uns die Möglichkeit, kritische Situationen unter realistischen Bedingungen und im eigenen Arbeitsumfeld zu üben, Abläufe zu hinterfragen und unsere Zusammenarbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln – zum Nutzen unserer Patientinnen und Patienten“, betonen Prim. Dr. Reinhard Doppler, Leiter der Abteilung für Innere Medizin, und Prim. Dr. Markus Fritsch, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am LKH Rottenmann-Bad Aussee, die das Training am Standort Rottenmann auch als Instruktoren begleiteten.
Bereits zum zweiten Mal machte das mobile Simulationstraining in Rottenmann Station. Eine Fortsetzung ist bereits für das Jahr 2027 geplant. Denn jede realitätsnahe Übung trägt dazu bei, jene Kompetenzen zu stärken, die im Ernstfall Leben retten können.



