HURRA HURRA wir leben noch!

Empfehlung HURRA HURRA wir leben noch!
Der medial so strapazierte und prognostizierte Weltuntergang hat also (Gott sei Dank) doch nicht statt gefunden.

Hauptsache die Geschäftemacherei rund um dieses Thema hat floriert, die Vorweihnachtskassen haben – wieder einmal – geklingelt und die letzten „Weltuntergangsopfer" schlafen sich zur Stunde noch ihren finalen Katastrophen - Rausch aus.

Dabei hat dieser heuer so strapazierte 21. Dezember trotzdem mystische Bedeutung im Kalender der Bräuche rund um Weihnachten und dem Winter.

Am 21. Dezember ist Sonnwende – der kürzeste Tag im Jahr – die längste Nacht beherrscht den Tageablauf.
Heute, in unserer voll elektrifizierten und neonhellen Welt kaum noch fühlbar, aber früher doch eine ersehnte Wende zurück in Richtung Licht.
Beginn der Raunächte, um die sich viele Geschichten und Bräuche ranken.
Tauchen wir doch kurz ein in diese so mystische Zeit rund ums Christkindl:

Ein gruseliges Phänomen, welches immer wieder in diesem Zusammenhang erwähnt wurde, ist „die wilde Jagd". Menschen, die eines ungewöhnlichen oder gewaltsamen Todes gestorben sind und deren Seelen dadurch in einer Zwischenwelt gefangen sein sollen, toben gemeinsam mit Geistern und Dämonen ruhelos durch diese Nächte und das ist auch der Grund, warum in diesen Nächten keine Wäsche hängen soll.
Die wilde Jagd könnte sich darin verfangen und ihr Unwesen dann in diesem Haus oder auf diesem Bauernhof treiben – oder dem Reiz der Wäsche von Frauen verfallen und diesen dann Gewalt antun.
Auch gab es ein „Gesetz", dass in den Raunächten alle Räder still stehen sollten. Eine unvorstellbare Forderung in unserer heutigen, rastlosen Zeit!
Gemeint waren nach Überlieferung natürlich die Spinnräder, die seinerzeit in den langen und kalten Abenden mangels anderer Arbeitsmöglichkeiten von fleißigen Frauen betrieben wurden.
An solchen Nächten sollte also nicht gesponnen, gewebt, gewaschen oder geputzt werden – die Menschen sollten inne halten, beten und Buße tun.
Auch schon damals eine Art von verordneter Weihnachtsruhe, die den Menschen sicher auch gut getan hat. Man erkläre das Heute einmal dem Manager eines Großbetriebes!
In diesen besonderen Nächten wurde (und wird auch heute noch) der Brauch des Räucherns gepflogen.
Mit ausgewählten Kräutern und Weihrauch wird Haus, Hof und Stall beräuchert, um die Menschen und Tiere die dort wohnen vor Unbill zu schützen.
In dieser Zeit zieht auch „die Mutter aller Raunächte", die Frau Percht durch das Land, um die Menschen zu prüfen, zu belohnen oder auch zu bestrafen. In ihrer Obhut befinden sich die Seelen der ungetauft verstorbenen Kinder und sie hat ihren finalen, großen Auftritt in der letzen Raunacht dieses Zyklus, der Nacht zwischen dem 5. und 6. Jänner.
Vieles von dem was die Leute in dieser Zeit beschäftigt und bewegt hat, lässt uns heute milde lächeln.
Und jeder von uns kann sich selbst überlegen, welchen Bräuchen, Legenden und Mythen er/sie Glauben schenken möchte.
Die so viel besungene und beschriebene „stade Zeit"
war also auch für unsere Ahnen teilweise schon sehr aufreibend und hektisch – wenn auch aus andern Beweggründen.

Otto S.

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