Eingeforstete tagen in Admont

Eingeforstete tagen in Admont Foto: efv
Vor wenigen Tagen fand die 77. Generalversammlung des Einforstungsverbandes in Hall bei Admont statt.

Der Einforstungsverband vertritt die Interessen von 11.000 Wald- und Weidenutzungsberechtigten.

Eine besondere Freude war, dass dem Verband für seine diesjährige Versammlung die Land- und Forstwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof zur Verfügung stand, wofür dem Direktor Ing. Christian Forstner ein besonderer Dank gebührt. In einem kurzen Vortrag gab Forstner einen Überblick über das vielschichtige Ausbildungsspektrum seiner Schule.

Vor rund 200 Teilnehmern, unter welchen sich zahlreiche Ehrengäste befanden, präsentierte Verbandsobmann Spitzer seinen Tätigkeitsbericht zum Jahr 2022. Die Mitglieder konnten in 208 Fällen beraten sowie in zahlreichen verwaltungsbehördlichen Verfahren vertreten werden. Beim größten Verpflichteten, den österreichischen Bundesforsten, kam es zu einem Wechsel in der Führungsebene. DI Andreas Gruber folgte Dr. Rudolf Freidhager als Vorstand nach. Spitzer erhofft sich vom neuen Vorstand eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Kritisch sieht Spitzer die Geldablösungen von Einforstungsrechten, welche sich weiterhin auf hohem Niveau befänden. Der Einforstungsverband bemühe sich, wo immer möglich, Geldablösungen gegen den Willen der Eingeforsteten abzuwenden. Mit Sorge betrachtet Spitzer die EU-Waldstrategie bzw. die beabsichtigte Außernutzungstellung von Wäldern. Auch der Naturschutz werde immer umfassender, wobei auf die Bedürfnisse der Eingeforsteten oft zu wenig Rücksicht genommen werde, so Spitzer. Hier müsse ein Umdenken stattfinden.

Aufsichtsratsvorsitzender Ing. Franz Höller nutzte die Gelegenheit um einen Appell an die Politik zu richten. Im Zusammenhang mit dem Klima- und Naturschutz würden zum Teil Gesetze und Verordnungen verabschiedet, die dazu geeignet sind, die Bewirtschaftung vieler bäuerlicher Betriebe zu erschweren. Höller bittet die Politik, wenn im Landtag, im Nationalrat oder im EU-Parlament Gesetze beschlossen würden, nicht auf die Belange der Eingeforsteten zu vergessen.

Einen Höhepunkt der Generalversammlung stellte der Fachvortrag von DI Werner Brugner, Direktor der Landwirtschaftskammer Steiermark dar. In seinem Vortrag durchleuchtete er das agrarpolitische Spektrum und informierte die Anwesenden über aktuelle Entwicklungen sowie Potentiale, Chancen und Risiken in der Landwirtschaft. Der Einforstungsverband dankt Herrn Brugner für den informativen Vortrag.

Auch die Ehrung verdienter Funktionäre kam nicht zu kurz. Für ihre langjährige und verdienstvolle Tätigkeit im Namen der Einforstungsrechte wurden Hubert Knittl-Frank, Harald Nachbagauer sowie Adolf Neuhauser mit der goldenen Ehrennadel des Einforstungsverbandes gewürdigt.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Ansprachen der Ehrengäste. Herr DI Dr. Schima vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft sieht in den Einforstungsrechten ein gelebtes Kulturgut, welches erhalten werden müsse und betonte die zentrale Rolle der Wald- und Holzwirtschaft in Österreich, welche 300.000 Arbeitsplätze schaffe und einen bedeutenden Teil des Bruttoinlandsproduktes sowie der Außenhandelsbilanz abbilde.

Die Abgeordnete zum EU-Parlament Frau Simone Schmiedtbauer betonte die Wichtigkeit und Alternativlosigkeit der Europäischen Union, fand jedoch auch kritische Worte zur EU-Waldpolitik, den Bestrebungen zur Wiederherstellung der Natur in den Zustand der 1950er-Jahre sowie Biomasse als nicht mehr nachhaltig einstufen zu wollen. Es sei zudem wichtig das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen.

Die Abgeordnete zum Nationalrat Frau Bettina Zopf betonte, dass ihr der Erhalt der Einforstungsrechte sehr am Herzen läge, wofür sie sich im Parlament einsetzen werde. Man müsse aber auch auf die Anliegen der verpflichteten Grundeigentümer Rücksicht nehmen. DI Andreas Gruber stellt sich als neues Vorstandsmitglied der österreichischen Bundesforste AG vor und gibt einen Überblick über seinen beruflichen Werdegang. Gruber betonte, wie wichtig gegenseitiges Verständnis und ein wertschätzendes Miteinander sei.

Die Generalversammlung endete mit den Anfragen der Delegierten.

Werbung

Werben auf BLO24

Sie haben Interesse auf unserer Plattform zu werben? Dann zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns unter +43 (0)664 222 66 00.