Als wir plötzlich einen Zahnarzt mehr hatte

Als wir plötzlich einen Zahnarzt mehr hatte © Lilly Robé
Vier Tage lang hatte das Ennstal einen Zahnarzt mehr

Wer in den vergangenen Tagen im Ennstal plötzlich Lust auf Schokolade verspürte, war damit wohl nicht allein. Vom 30. Juni bis 3. Juli 2026 verwandelte sich das CCW in Stainach in eine zauberhafte Welt voller Süßigkeiten, Fantasie und Überraschungen. Die Theatergruppe des BG/BRG Stainach brachte mit dem Musical „Charlie und die Schokoladenfabrik“ einen echten Publikumsmagneten auf die Bühne.

Die Schlagzeile ist dabei durchaus wörtlich zu verstehen: Das Ennstal war tatsächlich um einen Zahnarzt reicher – zumindest auf der Theaterbühne. Dr. Wonka, der strenge Vater von Willy Wonka, sorgte gleich zu Beginn des Stücks mit seiner kompromisslosen Haltung gegenüber Süßigkeiten für viele Lacher. Gleichzeitig gab er einen spannenden Einblick in die Vorgeschichte des exzentrischen Schokoladenfabrikanten und erklärte auf humorvolle Weise dessen ungewöhnliches Verhältnis zu Schokolade.

Schon vor Beginn jeder Vorstellung war die Spannung spürbar. Schließlich warteten im Publikum tatsächlich goldene Tickets darauf, entdeckt zu werden – ganz wie in der weltberühmten Geschichte von Charlie Bucket. Doch die Reise durch Wonkas Schokoladenfabrik führte weit über Schokoladenflüsse, bunte Süßigkeiten und fantasievolle Kulissen hinaus. Hinter der schillernden Fassade erzählte das Musical von Themen, die aktueller kaum sein könnten: Leistungsdruck, Gier, Unsicherheit, Ängste und der Wunsch, so akzeptiert zu werden, wie man ist.

Mit beeindruckender Spielfreude, starken Gesangs- und Tanzeinlagen, liebevoll gestalteten Bühnenbildern und einer großen Portion Herzblut ließen die Schülerinnen und Schüler die magische Welt von Willy Wonka lebendig werden. Dabei nahmen sie ihr Publikum nicht nur auf eine „willitastische“ Reise mit, sondern vermittelten auch eine zeitlose Botschaft: Mut, Bescheidenheit, Zusammenhalt und der Glaube an sich selbst sind wertvoller als jede noch so begehrte goldene Eintrittskarte.

Am 3. Juli schloss die Schokoladenfabrik schließlich wieder ihre Tore. Was bleibt, sind vier unvergessliche Theaterabende, begeisterte Besucherinnen und Besucher – und die Erinnerung daran, dass das Ennstal für kurze Zeit tatsächlich einen Zahnarzt mehr hatte.

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