Herbert Bauer lebt in seinen Bildern weiter

Jonas Kraml, GR Alfred Trinker, Bgm. Hermann Trinker, Grete Bauer, GR Dr. Michaela Sulzbacher, Jürgen Bauer, GR Alfred Brandner, 2.Vize-Bgm. Lukas Seyfried und Astrid Perner © Martin Huber Jonas Kraml, GR Alfred Trinker, Bgm. Hermann Trinker, Grete Bauer, GR Dr. Michaela Sulzbacher, Jürgen Bauer, GR Alfred Brandner, 2.Vize-Bgm. Lukas Seyfried und Astrid Perner
Schladming würdigt einen großen Künstler

Farben, Formen, Landschaften und Menschen prägten sein künstlerisches Leben. Nun kehrt das außergewöhnliche Werk des 2025 verstorbenen Schladminger Künstlers Herbert Bauer noch einmal in großer Vielfalt in seine Heimatstadt zurück. Mit einer feierlichen Eröffnung wurde im Stadtmuseum Schladming im Bruderladenhaus die Sonderausstellung „Herbert Bauer Retrospektive“ eröffnet. Sie ist zugleich Rückblick, Würdigung und bleibende Erinnerung an einen Künstler, dessen Werke weit über Österreich hinaus Beachtung fanden.

Zahlreiche Gäste waren zur Eröffnung gekommen, um gemeinsam an Herbert Bauer und sein umfangreiches künstlerisches Schaffen zu erinnern. Bürgermeister Hermann Trinker und Kulturausschussobmann GR Alfred Brandner begrüßten die Besucher und würdigten die Bedeutung des Künstlers für Schladming und darüber hinaus.

Eine besonders persönliche Einführung in Leben und Werk gab Bauers Sohn Jürgen Bauer. Er kuratierte die Retrospektive und stellte mit großer Sorgfalt jene Werke zusammen, die nun einen eindrucksvollen Querschnitt durch die unterschiedlichen Schaffensperioden seines Vaters ermöglichen.

Ein künstlerisches Vermächtnis für Schladming

Für Kulturausschussobmann Alfred Brandner ist die Ausstellung weit mehr als eine Präsentation von Bildern. Sie soll dazu beitragen, das künstlerische Vermächtnis Herbert Bauers dauerhaft zu bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch Bürgermeister Hermann Trinker erinnerte an die enorme Schaffenskraft des Künstlers und an dessen internationale Anerkennung. Besonderen Dank richtete er an die Familie Bauer, vor allem an Grete und Jürgen Bauer, die gemeinsam mit der Stadt die Ausstellung ermöglichten.

„Herbert Bauer war ein Künstler mit einer ganz eigenen Handschrift und einer besonderen Verbundenheit zu seiner Heimat. Er zeigt uns die Menschen und die Region und gewährt uns einen Blick in unsere Vergangenheit. Es ist schön, dass wir mit dieser Retrospektive sein künstlerisches Vermächtnis bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen können“, so Trinker.

Von Schladming bis nach Japan und Südkorea

Herbert Bauer wurde am 19. Februar 1947 geboren und erlernte sein künstlerisches Handwerk von Grund auf. In Graz studierte er Malerei bei Prof. F. Rogler, Akt bei Prof. R. Kriesche und dekorative Gestaltung bei Prof. O. Brunner.

Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte Bauer eine unverwechselbare künstlerische Sprache. Farben und Formen faszinierten ihn ebenso wie die präzise Zeichnung. Landschaften und Persönlichkeiten betrachtete er dabei stets aus seiner ganz eigenen Perspektive.

Seine „modernen Mandalas“ und surrealen „Traumbilder“ fanden schließlich auch international Beachtung und gelangten bis nach Japan und Südkorea. Werke des Schladmingers wurden 2003 und 2005 bei der Biennale in Florenz sowie 2005 und 2006 im Rahmen der Wiener Festwochen präsentiert.

Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Herbert Bauer im Jahr 2004 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark. Heute befinden sich seine Arbeiten in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen.

International erfolgreich – der Heimat tief verbunden

So weit ihn seine Kunst auch führte: Schladming blieb für Herbert Bauer ein ganz besonderer Mittelpunkt seines Lebens und Schaffens. Das Ursprüngliche, Einzigartige und Unwiederbringliche seiner Heimat faszinierte ihn. Landschaften, Menschen und Erinnerungen aus der Region fanden immer wieder Eingang in seine Werke.

Gerade diese tiefe Verwurzelung macht viele seiner Bilder auch zu Zeitdokumenten. Sie erzählen nicht nur von Orten und Menschen, sondern bewahren Eindrücke einer Heimat, die sich im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.

In seinen späteren Jahren widmete sich Bauer verstärkt der Tempera-Malerei. Gleichzeitig blieb die Grafitstiftzeichnung ein wesentlicher Bestandteil seines Schaffens. Besonders in diesen Zeichnungen wird seine genaue Beobachtungsgabe und seine Nähe zu den Menschen und Landschaften sichtbar, die ihn geprägt haben.

Eine Retrospektive mit persönlicher Handschrift

Dass Sohn Jürgen Bauer die Auswahl der ausgestellten Werke übernommen hat, gibt der Sonderausstellung eine besondere emotionale Dimension. Mit seinem Wissen über den künstlerischen Weg seines Vaters verbindet er unterschiedliche Epochen, Techniken und Themen zu einem Gesamtbild.

So begegnen die Besucher im Bruderladenhaus nicht nur dem international anerkannten Künstler Herbert Bauer, sondern auch einem Menschen, der seiner Heimat Schladming zeitlebens eng verbunden blieb.

Herbert Bauer ist 2025 verstorben – doch in seinen Bildern, Zeichnungen, Farben und Motiven lebt er weiter.

Die Sonderausstellung lädt dazu ein, sein außergewöhnliches Werk neu oder erstmals zu entdecken. Sie erinnert an einen Künstler mit unverwechselbarer Handschrift, dessen Wurzeln in Schladming lagen und dessen Kunst weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus Wirkung entfaltete.

Ausstellungsdauer: ab sofort bis einschließlich 8. Oktober 2026
Ort: Stadtmuseum Schladming im Bruderladenhaus

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