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12-Stunden-Tag bringt unsere Bauern in Bedrängnis

12-Stunden-Tag bringt unsere Bauern in Bedrängnis Foto: SPÖ Stmk
Bezirk Liezen: SPÖ-Landesgeschäftsführer Oliver Wieser und steirischer SPÖ-Bauern-Vorsitzender Josef Moosbrugger befürchten starke negative Auswirkung auf Nebenerwerbsbauern durch die von ÖVP und FPÖ beschlossene Arbeitszeitverlängerung.

Rund 36.000 landwirtschaftliche Betriebe zählt die Steiermark. Gut zwei Drittel davon werden von sogenannten „Nebenerwerbsbauern“ geführt. Neben ihrer herausfordernden Tätigkeit als Landwirte sind sie als unselbstständig Erwerbstätige beschäftigt. Mit 1. September tritt nun das neue Arbeitszeitgesetzt in Kraft und stellt rund 22.000 steirische Nebenerwerbsbauern vor große Probleme.

„Es wundert mich wirklich, dass sich bisher scheinbar niemand dieser Problematik angenommen hat. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass rund zwei Drittel der steirischen Landwirte Nebenerwerbsbauern sind. Um Beruf und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen, ist eine gute Vorausplanung unabdingbar. Durch das neue Arbeitszeitgesetz geht aber genau diese Planbarkeit verloren“, zeigt sich SPÖ-Landesgeschäftsführer Oliver Wieser verwundert darüber, dass diese Problematik weder von FPÖ noch ÖVP im Vorfeld der Gesetzgebung erkannt wurde.

„Wann die Tiere zu füttern, die Kühe zu melken sind und die Ernte einzubringen ist, muss genau mit dem Beruf koordiniert und abgestimmt werden. Wenn die Nebenerwerbslandwirte nun ab September 12 Stunden am Tag arbeiten müssen, werden sich die anfallenden landwirtschaftlichen Aufgaben – wie die tägliche Stallarbeit - mit dem Beruf nicht mehr vereinbaren lassen. Die Nebenerwerbslandwirte sind dann gezwungen, sich zwischen Beruf und Landwirtschaft zu entscheiden“, so der steirische SPÖ-Bauern-Vorsitzende und Nebenerwerbsbauer Josef Moosbrugger.

„Wenn jemand neben dem Betrieb einer Landwirtschaft auch einer unselbständigen Arbeit nachgeht, ist es schlichtweg unmöglich in diesem Job 12 Stunden am Tag beschäftigt zu sein. Die Doppelbelastung von Landwirtschaft und Berufstätigkeit bringt viele Familienbetriebe bereits jetzt an die Grenzen der Belastbarkeit. Für uns SPÖ-Bauern ist es daher unbegreiflich, dass es diesen Betrieben nun noch schwerer gemacht wird. Auf diese berechtigten Sorgen und Zukunftsängste der Bauern geht die Bundesregierung jedoch nicht einmal ansatzweise ein. Die bäuerlichen Klein- und Mittelbetrieben scheinen weder für ÖVP noch FPÖ einen Stellenwert zu haben. Unterm Strich werden wieder etliche Betriebe zusperren müssen“, sieht Moosbrugger eine Bedrohung für die heimische Landwirtschaft.

„Hier sind Existenzen in Gefahr und das kann nicht das Interesse des Gesetzgebers sein. Nicht nur die Bauern selbst werden die Auswirkungen spüren. Die Bewohner der Dörfer und Städte werden beim Einkauf am Bauernmarkt relativ schnell das schwindende Angebot von hochwertigen Lebensmitteln erkennen und beim Wandern über verwilderte Almen feststellen, dass sich etwas verändert hat. Wenn dadurch immer mehr Klein- und Mittelbetriebe zusperren müssen und durch Konzernlandwirtschaften ersetzt werden, geht ein wichtiges Stück heimischer Kultur und Tradition verloren. Wir laufen Gefahr, dass kommende Generationen den Bezug zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen gänzlich verlieren.

Das ist nicht die Zukunft, die wir für unsere Kinder schaffen wollen“, betont SPÖ-Landesgeschäftsführer Oliver Wieser abschließend.

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