Tierärztemangel spitzt sich dramatisch zu
- verfasst von BLO24
- Steiermark
Die Versorgung von Nutztieren im ländlichen Raum steht zunehmend unter Druck. Immer mehr bäuerliche Familienbetriebe kämpfen mit einem akuten Mangel an Nutztierärztinnen und Nutztierärzten. Besonders in Notfällen außerhalb der regulären Ordinationszeiten wird die Situation in vielen Regionen zur ernsten Belastungsprobe.
Der Steirischer Bauernbund macht nun mit deutlichen Worten auf die alarmierende Entwicklung aufmerksam und ruft zur Unterstützung der „Petition zur Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum“ auf.
Auf Initiative von Bauernbund-Nationalratsabgeordnetem Andreas Kühberger wurde die Petition „Sicherstellung der tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zur Stärkung der Landwirtschaft und des Tierwohls“ im Parlament eingebracht. Ziel ist es, die flächendeckende veterinärmedizinische Betreuung von Nutztieren langfristig abzusichern.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache:
Bereits 2027 wird österreichweit ein Defizit von 30 bis 50 Vollzeitäquivalenten in der Nutztiermedizin erwartet. Bis 2032 könnte der Fehlbedarf laut Prognosen auf 70 bis 105 Vollzeitäquivalente anwachsen – das entspricht rund 85 bis 120 fehlenden Tierärztinnen und Tierärzten. Gleichzeitig entscheiden sich viele Absolventinnen und Absolventen für den Kleintierbereich, während zahlreiche erfahrene Großtierärzte in den kommenden Jahren in Pension gehen.
„Die Prognosen sind alarmierend. Wenn wir jetzt nicht handeln, gefährden wir Tierwohl, Versorgungssicherheit und die Zukunft unserer bäuerlichen Betriebe“, warnt Kühberger. Er fordert:
gezielte zusätzliche Studienplätze im Bereich der Nutztiermedizin mit regionaler Bindung,
ein österreichweit koordiniertes System für die tierärztliche Notfallversorgung,
verbesserte Rahmenbedingungen für Praxisgründungen im ländlichen Raum.
Auch Bauernbund-Landesobfrau und Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer betont die Dringlichkeit:
„Unsere Nutztiere brauchen Betreuung und rasche Hilfe, wenn sie notwendig ist – das ist die Grundlage für verantwortungsvolle Landwirtschaft und höchste Qualität. Damit das auch am Betrieb funktioniert, setzen wir uns mit Nachdruck für eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in unseren Regionen ein.“
Der Steirischer Bauernbund sieht die Entwicklung nicht nur als Problem einzelner Höfe, sondern als Herausforderung für die gesamte Wertschöpfungskette im ländlichen Raum – von Tiergesundheit über Lebensmittelsicherheit bis hin zur regionalen Versorgung. Mit der Petition soll daher ein klares Signal an die zuständige Bundesministerin Korinna Schumann gesendet werden, rasch wirksame strukturelle Maßnahmen auf Bundesebene umzusetzen.
Der Steirische Bauernbund ruft alle Unterstützerinnen und Unterstützer der heimischen Landwirtschaft auf, die Petition zu unterzeichnen und damit ein starkes Zeichen für Tierwohl, Versorgungssicherheit und die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe zu setzen.
Hier geht es zur Petition:
https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/SPET/331/



