Schlag gegen die Hooligan-Szene
- verfasst von BLO24
- Steiermark
STEIERMARK/POLEN. – Monatelange Ermittlungen, internationale Zusammenarbeit und mehrere Europäische Haftbefehle: Nach dem Raubüberfall durch eine Gruppe polnischer Fußballanhänger auf der A9 im November 2025 vermeldet das Landeskriminalamt Steiermark einen bedeutenden Fahndungserfolg. Insgesamt konnten mittlerweile 40 Tatverdächtige namentlich ausgeforscht werden. 24 von ihnen wurden festgenommen, erste Beschuldigte bereits zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Ausgangspunkt der umfangreichen Ermittlungen war ein Vorfall in der Nacht auf den 7. November 2025. Zwei Kroaten waren auf der A9 Opfer eines Raubüberfalls geworden, bei dem eine größere Gruppe mutmaßlicher Hooligans im Fokus der Ermittlungen stand.
Noch in derselben Nacht reagierte die Polizei mit einer groß angelegten Fahndungsaktion. Dabei konnten 20 polnische Fußballanhänger festgenommen werden. Doch für die Ermittler des Landeskriminalamtes Steiermark war der Fall damit längst nicht abgeschlossen.
Monatelange Ermittlungen über die Grenzen hinweg
In den folgenden Monaten wurde intensiv weiterermittelt. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Graz, den polnischen Polizeibehörden in Warschau und dem österreichischen Verbindungsbeamten in Polen gelang es, die Spuren weiterer mutmaßlicher Beteiligter zu verfolgen.
Mit Erfolg: Zusätzlich zu den bereits bekannten Beschuldigten konnten weitere 20 Tatverdächtige identifiziert werden. Damit stieg die Zahl der namentlich ausgeforschten Personen auf insgesamt 40.
Europäische Haftbefehle – Zugriffe in Polen
Für vier der ausgeforschten Männer erließ die Staatsanwaltschaft Graz nationale Festnahmeanordnungen sowie Europäische Haftbefehle.
Daraufhin schlugen die polnischen Behörden zu: Am 8. und 11. Juli 2026 wurden die gesuchten Männer in Polen festgenommen. In weiterer Folge erfolgte ihre Auslieferung nach Österreich.
Mittlerweile befinden sich alle vier Tatverdächtigen in den Händen der österreichischen Justiz. Die letzte Überstellung nach Österreich erfolgte am 3. September 2026.
40 Verdächtige angezeigt – 24 Festnahmen
Die Ermittlungen sind weiterhin nicht abgeschlossen. Bislang wurden 40 namentlich bekannte Tatverdächtige bei der Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. Insgesamt konnten 24 Personen festgenommen werden.
Auch die ersten gerichtlichen Konsequenzen gibt es bereits: Das Landesgericht für Strafsachen Graz verurteilte im Juni 2026 acht Tatverdächtige in erster Instanz. Dabei wurden zum Teil mehrjährige Haftstrafen ausgesprochen.
Der Fall zeigt zugleich die Dimension grenzüberschreitender Ermittlungsarbeit: Von der Großfahndung unmittelbar nach der Tat über monatelange kriminalpolizeiliche Ermittlungen bis hin zu Europäischen Haftbefehlen, Festnahmen in Polen und Auslieferungen nach Österreich arbeiteten die Behörden beider Länder eng zusammen.
Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Steiermark dauern weiter an.



