Revolver auf Polizisten gerichtet und abgedrückt
- verfasst von BLO24
- Steiermark
Dramatischer Polizeieinsatz am frühen Montagmorgen in Spielberg: Was mit einer Beschwerde wegen lauter Musik begann, entwickelte sich binnen weniger Minuten zu einer gefährlichen Situation. Ein 67-Jähriger richtete einen Revolver auf einschreitende Polizisten und betätigte den Abzug. Nur weil die Waffe nicht geladen war, löste sich kein Schuss. Das Einsatzkommando Cobra nahm den Mann wenig später fest.
Gegen 5.50 Uhr wurden Polizisten am Montag, 31. August 2026, zu einem Wohnhaus in Spielberg gerufen. Ein Bewohner hatte in seiner Parterrewohnung lautstark Musik abgespielt und damit für eine Lärmbelästigung gesorgt.
Die Beamten versuchten zunächst, auf gewöhnlichem Weg Kontakt mit dem Mann aufzunehmen. Doch weder mehrfaches Klopfen und Läuten noch Rufe an der Wohnungstür führten zum Erfolg. Daraufhin begaben sich die Polizisten auf die andere Seite des Wohnhauses.
Durch ein geöffnetes Fenster forderten sie den 67-Jährigen aus dem Bezirk Murtal auf, die Musik leiser zu drehen beziehungsweise abzustellen. Dabei erkannten die Beamten plötzlich, dass der Mann auf seiner Couch saß und mit einer Faustfeuerwaffe hantierte.
67-Jähriger richtet Revolver auf Beamte
Die Situation eskalierte innerhalb weniger Augenblicke. Die Polizisten forderten den Mann lautstark auf, die Waffe sofort wegzulegen.
Doch der 67-Jährige kam der Aufforderung nicht nach. Stattdessen richtete er den Revolver in Richtung der Polizisten – und betätigte den Abzug.
Ein Schuss löste sich nicht. Wie sich später herausstellte, war der Revolver zu diesem Zeitpunkt nicht geladen.
Die Beamten zogen sich zurück und sicherten gemeinsam mit weiteren Polizeistreifen das Wohnhaus. Aufgrund der Bedrohungslage wurde das Einsatzkommando Cobra angefordert.
Cobra nimmt Mann in Wohnung fest
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Leoben drangen die Spezialkräfte schließlich in die Wohnung ein und nahmen den 67-Jährigen fest.
Ein anschließend durchgeführter Alkotest ergab eine mittelgradige Alkoholisierung.
Bei der Durchsuchung der Wohnung stellten die Einsatzkräfte insgesamt zwei Faustfeuerwaffen sicher. Eine davon besaß der Mann legal. Die zweite Waffe dürfte sich hingegen unrechtmäßig in seinem Besitz befunden haben.
Gegen den bislang unbescholtenen 67-Jährigen wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.
Mann gesteht gefährliche Aktion
Bei seiner Einvernahme zeigte sich der Beschuldigte grundsätzlich geständig. Er räumte ein, unter Alkoholeinfluss die Waffe auf die einschreitenden Polizisten gerichtet zu haben.
Nach Abschluss der Ermittlungen wird der 67-Jährige angezeigt. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Leoben befindet er sich in der Justizanstalt Leoben in Haft.
Was zunächst lediglich als Einsatz wegen zu lauter Musik begonnen hatte, entwickelte sich damit zu einem gefährlichen Polizeieinsatz, bei dem letztlich Spezialkräfte der Cobra eingreifen mussten.



