Die Polizei zieht 19 Führerscheine ein

Die Polizei zieht 19 Führerscheine ein © BLO24
Rausch, Tempo und Flucht:

STEIERMARK. – Alkohol, Drogen, massive Tempoverstöße und sogar Fluchtversuche vor der Polizei: Bei einer landesweiten Schwerpunktaktion in der Nacht auf Samstag, 22. August 2026, zog die steirische Polizei eine deutliche Bilanz. 19 Führerscheine wurden vorläufig abgenommen, insgesamt 1.480 Anzeigen erstattet. Besonders alarmierend: Seit Jahresbeginn kamen bereits 44 Menschen auf steirischen Straßen ums Leben.

Unter der Federführung der Landesverkehrsabteilung Steiermark waren sämtliche Stadt- und Bezirkspolizeikommanden an der groß angelegten Kontrollaktion beteiligt. In allen steirischen Bezirken nahmen die Einsatzkräfte den Verkehr verstärkt unter die Lupe.

Im Mittelpunkt standen vor allem Alkohol und Suchtgift am Steuer. Kontrolliert wurden aber auch Geschwindigkeit, Ablenkung, die Verwendung von Sicherheitsgurten sowie weitere Verstöße, die das Risiko schwerer Verkehrsunfälle erhöhen.

2.094 Alkoholkontrollen – 19 Führerscheine weg

Die Zahlen der Kontrollnacht sprechen eine deutliche Sprache: Insgesamt führten die Polizeistreifen 2.094 Alkoholkontrollen durch. Dabei wurden 38 Anzeigen wegen Alkohol am Steuer sowie vier Anzeigen wegen Beeinträchtigung durch Suchtgift erstattet.

Für insgesamt 19 Lenkerinnen und Lenker war die Fahrt vorerst endgültig vorbei – ihre Führerscheine wurden vorläufig abgenommen.

Besonders häufig wurde erneut zu schnell gefahren: Nicht weniger als 1.287 Geschwindigkeitsüberschreitungen stellten die Einsatzkräfte fest. Hinzu kamen 383 weitere Anzeigen wegen verkehrsrechtlicher Übertretungen sowie 424 Organstrafverfügungen.

Flucht vor Polizei endete an Gebäudekante

Für besonders brisante Situationen sorgten mehrere Lenker, die sich einer Polizeikontrolle entziehen wollten. In Graz und Graz-Umgebung versuchte jeweils ein Pkw-Lenker vor der Polizei zu flüchten. In beiden Fällen stellte sich heraus, dass die Männer keine gültige Lenkberechtigung vorweisen konnten.

Bei den Amtshandlungen kamen zudem strafrechtlich relevante Sachverhalte ans Licht. Unter anderem werden Gefährdung der körperlichen Sicherheit sowie Urkundenunterdrückung im Zusammenhang mit gestohlenen Kennzeichen zur Anzeige gebracht.

Eine der Fluchtfahrten nahm schließlich ein abruptes Ende: Der Lenker verursachte in Graz einen Verkehrsunfall und kollidierte mit einer Gebäudekante. Dabei wurde er leicht verletzt.

Auch im Bezirk Weiz kam es zu einer Nachfahrt. Ein Motocross-Fahrer flüchtete vor der Polizei und setzte dabei laut Polizei eine Vielzahl von Verwaltungsübertretungen. Auch gegen ihn wird wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit an die Staatsanwaltschaft Graz berichtet.

Bereits 44 Verkehrstote in der Steiermark

Die massive Kontrollaktion hat einen ernsten Hintergrund. Nach vorläufigen Zahlen der Verkehrsstatistik verloren zwischen 1. Jänner und 16. August 2026 bereits 44 Menschen auf steirischen Straßen ihr Leben.

Zum Vergleich: Im gleichen Gesamtjahresstand waren es 2025 insgesamt 35 und 2024 43 Verkehrstote.

Besonders dramatisch verlief bereits der Jahresbeginn. Allein im ersten Quartal 2026 kamen 15 Menschen im steirischen Straßenverkehr ums Leben. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es neun.

Polizei kündigt weiterhin hohen Kontrolldruck an

Die steirische Polizei will angesichts dieser Entwicklung ihre Präsenz auf den Straßen hochhalten und insbesondere gegen jene Verkehrsteilnehmer konsequent vorgehen, die durch Alkohol, Drogen, Raserei oder anderes riskantes Verhalten andere Menschen gefährden.

„Mit gezielten Schwerpunktkontrollen wollen wir vor allem jene aus dem Verkehr ziehen, die durch Alkohol, Drogen oder besonders riskantes Verhalten sich selbst und andere gefährden. Ziel ist es, durch starke Präsenz und konsequentes Einschreiten bei Übertretungen Unfälle zu verhindern und so die Sicherheit auf den steirischen Straßen weiter zu erhöhen“, erklärt Oberstleutnant Jochen Heiling von der Landesverkehrsabteilung Steiermark, der den Gesamteinsatz in der Nacht auf Samstag leitete.

Neben verstärkten Kontrollen setzt die Verkehrspolizei weiterhin auf Prävention und Bewusstseinsbildung. Denn Alkohol, Suchtgift, überhöhte Geschwindigkeit und Ablenkung gehören nach wie vor zu den gefährlichsten Faktoren im Straßenverkehr.

Die Botschaft der Schwerpunktnacht ist klar: Wer berauscht fährt, rast oder andere Verkehrsteilnehmer durch rücksichtsloses Verhalten gefährdet, muss mit konsequentem Einschreiten der Polizei rechnen.

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