Milliardenschäden durch die aktuelle Dürre

Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer © © Michaela Lorber Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer
Schmiedtbauer warnt vor steigenden Lebensmittelpreisen und fordert rasche Hilfe

Steirische Agrarlandesrätin erhöht den Druck auf Finanzminister Markus Marterbauer – „Die Dürre von heute ist die Inflation von morgen“ – Unterstützungspaket für betroffene Bauernfamilien gefordert

Die anhaltende Dürre setzt Österreichs Landwirtschaft massiv unter Druck. Ernteausfälle, Futtermangel und steigende Produktionskosten bringen zahlreiche bäuerliche Betriebe an ihre Grenzen. Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung beläuft sich der bisherige Gesamtschaden bereits auf rund eine Milliarde Euro. Nun fordert die steirische Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer rasche finanzielle Unterstützung des Bundes und nimmt dabei Finanzminister Markus Marterbauer in die Pflicht.

Die Dürre von heute ist die Inflation von morgen“, warnt Schmiedtbauer. Die Auswirkungen der Trockenheit würden längst nicht mehr ausschließlich die Landwirtschaft betreffen. Wenn Ernten ausfallen, Futtermittel knapp werden und Betriebe ihre Produktion reduzieren müssen, könnten sich die Folgen letztlich auch in den Supermarktregalen bemerkbar machen.

„Wenn Ernten ausfallen, Futter fehlt und landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktion einschränken müssen, betrifft das nicht nur unsere Bauernfamilien, sondern alle Steirerinnen und Steirer“, so Schmiedtbauer. Finanzminister Marterbauer müsse daher den finanziellen Spielraum für eine „rasche und unbürokratische Dürrehilfe“ schaffen.

Steiermark als Agrarland besonders betroffen

Für die Steiermark stehe besonders viel auf dem Spiel. Die Landwirtschaft sei nicht nur für die Produktion regionaler Lebensmittel von zentraler Bedeutung, sondern sichere auch zahlreiche Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum.

Geraten heimische Familienbetriebe durch Ernteausfälle und hohe Kosten dauerhaft wirtschaftlich unter Druck, warnt Schmiedtbauer vor weitreichenden Folgen: Die heimische Produktion könnte zurückgehen, die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten steigen und damit auch der Druck auf die Preise zunehmen.

Forderung nach zusätzlichem Geld vom Bund

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig habe angesichts der angespannten Situation bereits Vorbereitungen für ein Unterstützungspaket eingeleitet. Nach Ansicht Schmiedtbauers reichen Umschichtungen innerhalb des bestehenden Landwirtschaftsbudgets jedoch nicht aus.

„Norbert Totschnig arbeitet mit Hochdruck an konkreten Lösungen. Dafür braucht es aber auch das notwendige Geld. Jetzt ist daher der Finanzminister gefordert. Er darf sich nicht hinter dem Spardruck verstecken, wenn es um bäuerliche Existenzen und unsere heimische Lebensmittelversorgungssicherheit geht“, erklärt die Landesrätin.

Schmiedtbauer fordert Finanzminister Marterbauer deshalb auf, zusätzliche Mittel für die von der Dürre besonders schwer getroffenen Betriebe bereitzustellen.

„Wer hier spart, spart an der falschen Stelle“

Trotz der angespannten Budgetsituation müsse aus Sicht der Agrarlandesrätin die Sicherung der heimischen Lebensmittelproduktion Priorität haben.

„Sorgsamer Umgang mit Steuergeld ist notwendig. Aber wer bei unseren Bauernfamilien und bei der regionalen Lebensmittelversorgung spart, spart an der falschen Stelle“, betont Schmiedtbauer.

Ihr Appell an den Finanzminister fällt entsprechend deutlich aus: Marterbauer müsse seine bisherige Haltung überdenken und die notwendigen finanziellen Mittel für eine rasche Dürrehilfe freigeben.

Damit wird die aktuelle Dürre zunehmend auch zu einer politischen und wirtschaftlichen Frage: Denn sollten landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktion aufgrund der Schäden dauerhaft reduzieren müssen, könnten die Folgen am Ende nicht nur die Bauernfamilien, sondern auch die Konsumentinnen und Konsumenten treffen.

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