Abschied von einem großen Steirer
- verfasst von BLO24
- Steiermark
Mit großer Betroffenheit reagierte Landeshauptmann-Stellvertreterin und Landesparteiobfrau der Steirischen Volkspartei Manuela Khom auf die Nachricht seines Ablebens.
„Mit Franz Hasiba verliert die Steiermark eine große politische Persönlichkeit und wir als Steirische Volkspartei einen Menschen, der unsere Partei über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat. Er war ein Vorbild, weil er Politik nicht als Selbstzweck verstanden hat, sondern immer als Dienst an den Steirerinnen und Steirern“, würdigte Khom den Verstorbenen.
Franz Hasiba zählte über viele Jahrzehnte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der steirischen Landespolitik. Bereits als Landesparteisekretär stellte er wichtige Weichen für die organisatorische Stärke und Geschlossenheit der Steirischen Volkspartei. In seinen späteren Funktionen als Grazer Bürgermeister, Landesrat und Landeshauptmann-Stellvertreter setzte er nachhaltige Impulse für die Entwicklung der Steiermark. Den Abschluss seiner politischen Laufbahn bildete das Amt des Präsidenten des Steiermärkischen Landtages, das er von 1993 bis 2000 mit großer Würde, Ausgleich und Respekt vor den demokratischen Institutionen ausübte.
Für Manuela Khom bleibt Franz Hasiba jedoch weit mehr als ein erfolgreicher Politiker: „Franz Hasiba hat Brücken gebaut – zwischen Generationen, zwischen unterschiedlichen politischen Zugängen und vor allem zwischen den Menschen. Er wusste, dass gute Politik vom Zuhören lebt, vom ehrlichen Gespräch und von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.“
Auch nach dem Ende seiner aktiven politischen Laufbahn blieb Hasiba seiner Partei eng verbunden. Als Vorsitzender des Klubs der VP-Altmandatare engagierte er sich über viele Jahre mit großer Leidenschaft für den Austausch zwischen den Generationen. Seine Erfahrung, seine Ruhe und sein kluger Rat machten ihn weit über seine aktive politische Zeit hinaus zu einer geschätzten Persönlichkeit.
„Franz Hasiba hat Verantwortung nicht mit dem Ende eines politischen Amtes abgelegt. Er ist unserer Steirischen Volkspartei bis zuletzt verbunden geblieben. Sein Vermächtnis besteht nicht nur in den Ämtern, die er bekleidet hat, sondern vor allem in den Werten, die er vorgelebt hat. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Die Steiermark verliert einen großen Gestalter unseres Landes und einen Menschen, der bleibende Spuren hinterlassen hat. Wir werden Franz Hasiba stets ein ehrendes Andenken bewahren“, so Khom.
Ein Leben im Dienst der Steiermark
Franz Hasiba wurde am 3. August 1932 in Graz geboren und war ausgebildeter Agraringenieur. Von 1966 bis 1973 wirkte er als Landesparteisekretär der Steirischen Volkspartei. Anschließend war er zehn Jahre lang Vizebürgermeister der Stadt Graz, ehe er von 1983 bis 1985 das Amt des Bürgermeisters der Landeshauptstadt übernahm.
1985 wechselte Hasiba als Landesrat in die Steiermärkische Landesregierung. Von 1991 bis 1993 war er Landeshauptmann-Stellvertreter, ehe er als Erster Präsident des Steiermärkischen Landtages bis zum Jahr 2000 die Geschicke des Landesparlaments leitete. Darüber hinaus stand er von 1987 bis 1995 dem Steirischen ÖAAB als Landesobmann vor. Auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik blieb er der Steirischen Volkspartei eng verbunden und führte von 2002 bis 2017 den Klub der VP-Altmandatare.
Mit Franz Hasiba verliert die Steiermark einen Politiker, der Verantwortung stets als Auftrag verstand, Brücken zwischen Menschen baute und das Land mit Weitblick, Menschlichkeit und Integrität mitgestaltete. Sein Wirken und seine Werte werden weit über seine politische Laufbahn hinaus in Erinnerung bleiben.



