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Zwei Wochen weniger Sommerferien
Früher in die Ferien, früher zurück ins Klassenzimmer! Die steirische Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom fordert eine Reform der Sommerferien. Statt neun sollen künftig nur noch sieben Wochen schulfrei sein. Damit will sie Familien entlasten, längere Lernphasen ermöglichen und auf die zunehmende Sommerhitze reagieren.
Graz/Steiermark. Neun Wochen Sommerferien, kaum hat das neue Schuljahr richtig begonnen, stehen schon wieder die Herbstferien vor der Tür. Für die steirische Landeshauptmann-Stellvertreterin und ÖVP-Landesparteiobfrau Manuela Khom ist es an der Zeit, den österreichischen Schulkalender zu überdenken.
In einem Schreiben an Bildungsminister Christoph Wiederkehr fordert sie, eine grundlegende Änderung der Ferienregelung zu prüfen: Die Sommerferien sollen künftig eine Woche früher beginnen und insgesamt um zwei Wochen verkürzt werden. Damit würde auch der Schulbeginn um eine Woche vorverlegt.
Neun Wochen Sommerferien – ist das noch zeitgemäß?
Besonders die zeitliche Nähe zwischen Sommer- und Herbstferien sieht Khom kritisch. Erst vor rund sechs Wochen endeten die Sommerferien, schon steht die nächste schulfreie Woche bevor.
„Kaum hat der Schulbetrieb wieder Flughöhe aufgenommen, wird bereits zur Zwischenlandung angesetzt“, beschreibt Khom die Situation.
Die Herbstferien selbst stellt sie dabei nicht infrage. Im Gegenteil: Sie seien eine wichtige Erholungsphase vor der Schularbeitensaison und hätten zudem große Bedeutung für den steirischen Tourismus.
Allerdings brauche es zwischen den Ferien ausreichend Zeit für einen kontinuierlichen Unterricht.
Warum beginnt Wien früher als die Steiermark?
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die unterschiedlichen Ferientermine innerhalb Österreichs.
Während Schülerinnen und Schüler in Wien bereits Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli in die Sommerferien starten, müssen Kinder und Jugendliche in der Steiermark noch eine Woche länger die Schulbank drücken.
Dafür beginnt das neue Schuljahr in Wien auch eine Woche früher.
„Es kann nicht sein, dass wir in der Steiermark bei den Ferien gegenüber Wien das Nachsehen haben. Wir müssen die Ferienzeiten an die tatsächlichen Bedingungen anpassen“, erklärt Khom.
Sommerhitze wird zunehmend zum Problem
Auch der Klimawandel spielt bei den Überlegungen eine wesentliche Rolle.
Immer häufiger sorgen hohe Temperaturen bereits im Juni für schwierige Bedingungen in den Klassenzimmern. Ein früherer Ferienbeginn könnte nach Ansicht der steirischen ÖVP-Chefin dazu beitragen, besonders heiße Unterrichtstage zu vermeiden.
Gleichzeitig würde durch den früheren Schulstart im Herbst mehr zusammenhängende Unterrichtszeit vor den Herbstferien entstehen.
Weniger Ferien könnten Eltern entlasten
Ein wesentliches Argument für die geplante Reform ist die Kinderbetreuung.
Gerade für berufstätige Eltern stellen neun Wochen Sommerferien Jahr für Jahr eine organisatorische und finanzielle Herausforderung dar. Nicht alle Familien können auf Großeltern zurückgreifen oder sich eine durchgehende Ferienbetreuung leisten.
„Neun Wochen Sommerferien stellen Eltern bei der Kinderbetreuung vor große Herausforderungen. Zwei Wochen weniger Ferien können die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich erleichtern“, betont Khom.
Die Landesparteiobfrau sieht darin nicht nur eine familienpolitische Maßnahme, sondern auch einen Vorteil für den Wirtschaftsstandort.
Sieben Wochen Ferien statt neun – aber für ganz Österreich
Obwohl die Bundesländer im Pflichtschulbereich gewisse Möglichkeiten hätten, ihre Ferienregelungen selbst anzupassen, bevorzugt Khom eine österreichweit einheitliche Lösung.
Dabei müsse die Umsetzung gemeinsam mit Lehrerinnen, Lehrern und dem übrigen Schulpersonal erarbeitet werden.
„Ich will weder Kindern noch Lehrkräften Erholung nehmen. Sieben Wochen Ferien sind nach wie vor eine lange Pause“, stellt Khom klar.
Jetzt ist Bildungsminister Wiederkehr am Zug
Mit ihrem Schreiben hat Khom die Diskussion über eine mögliche Neuordnung der Sommerferien angestoßen. Ob und wann eine entsprechende Änderung tatsächlich umgesetzt werden könnte, ist derzeit offen.
Fest steht: Eine Verkürzung der Sommerferien würde nicht nur den Schulalltag verändern, sondern auch Auswirkungen auf die Urlaubsplanung, die Kinderbetreuung und den heimischen Tourismus haben.
Die entscheidende Frage bleibt: Sind sieben Wochen Sommerferien ausreichend – oder brauchen Kinder und Jugendliche weiterhin ihre neun Wochen Erholung?
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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