Gipfeltreffen der Le-Mans-Ikonen in Gröbming

Gipfeltreffen der Le-Mans-Ikonen in Gröbming © Ennstal-Classic
Wenn Gröbming nach Benzin riecht und Rennsportgeschichte lebendig wird

Wenn am 25. Juli in Gröbming die Motoren erwachen, liegt nicht nur der Duft von Rennbenzin in der Luft – es wird das Echo einer Epoche sein, in der Langstreckenrennen noch Abenteuer, Maschinen noch Charakterköpfe und Fahrer echte Helden waren. Das Finale der Ennstal-Classic wird heuer zum wohl spektakulärsten Gipfeltreffen der Langstreckenlegenden, das Österreich seit vielen Jahren erlebt hat.

Mit insgesamt 25 Gesamtsiegen bei den berühmtesten 24-Stunden-Rennen der Welt reist eine Riege an, die Motorsportgeschichte geschrieben hat. Namen wie Timo Bernhard, Richard Lietz, Klaus Ludwig, Hans-Joachim "Striezel" Stuck, Dieter Quester, Prinz Leopold von Bayern und Rauno Aaltonen stehen für Jahrzehnte voller Dramen, Triumphe und unvergesslicher Nächte in Le Mans, am Nürburgring, in Spa oder Daytona.

Acht Originale, die Geschichte geschrieben haben

Im Mittelpunkt stehen acht originale Le-Mans-Rennwagen – keine Repliken, keine Hommagen, sondern Automobile, die tatsächlich auf der legendären Sarthe um Ruhm und Ehre kämpften. Ihre Geschichten reichen von den Anfängen des Langstreckensports bis in die moderne GT-Ära.

Den Auftakt bilden drei faszinierende Vorkriegslegenden: ein Delahaye 135 S, ein Bugatti Typ 50, der bereits 1931 und 1933 in Le Mans antrat und sogar Führungsrunden drehte, sowie ein MG C Type, ebenfalls zweifacher Starter beim französischen Langstreckenklassiker.

Für Gänsehaut sorgt die Porsche-Fraktion. Timo Bernhard bringt den spektakulären Porsche 911 GT1 Le Mans nach Gröbming, während Richard Lietz jenen Porsche 911 RSR GTE pilotiert, der mit seiner legendären "Sau"-Lackierung längst Kultstatus genießt. Ergänzt wird das Aufgebot durch den eleganten Porsche 906 Langheck, den legendären Porsche 904 sowie den seltenen ISO A3C aus dem Jahr 1965 – allesamt originale Teilnehmer der 24 Stunden von Le Mans.

Komplettiert wird dieses rollende Museum durch Ikonen wie den Maserati A6 GCS sowie den legendären Ford GT40, der von Matthias Walkner und Tobias Moretti bewegt wird und die goldene Ära des Langstreckensports wieder aufleben lässt.

Wenn Rennlegenden selbst ans Steuer greifen

Besonders macht diese Veranstaltung nicht nur die Sammlung historischer Rennwagen, sondern vor allem jene Persönlichkeiten, die sie bewegen. Fahrer wie Hans-Joachim Stuck, Klaus Ludwig, Richard Lietz oder Timo Bernhard erzählen Motorsportgeschichte nicht aus Büchern – sie haben sie selbst geschrieben.

Sie berichten von den wilden Gruppe-C-Jahren, von Nachtfahrten bei Regen in Le Mans, von Sekundenentscheidungen an der Box und vom ewigen Tanz zwischen Risiko und Präzision. Gemeinsam mit Dieter Quester, Prinz Leopold von Bayern, Rauno Aaltonen und Dakar-Champion Matthias Walkner entsteht eine einzigartige Zeitreise durch mehr als acht Jahrzehnte internationalen Motorsport.

Auch starke Frauen setzen eindrucksvolle Akzente: Laura Kraihammer präsentiert den eleganten Bugatti T51, während Margarita Voglar mit einem Reynard-Rundstreckenfahrzeug Motorsportleidenschaft auf höchstem Niveau demonstriert.

Von Le Mans bis zum Nürburgring

Neben den historischen Le-Mans-Fahrzeugen sorgen weitere außergewöhnliche Rennwagen für Begeisterung. HWA bringt den spektakulären HWA EVO R, der als Hommage an einen Nürburgring-Klassensieger entstand, ebenso nach Gröbming wie dessen straßenzugelassenes Pendant. Pilotiert wird der Bolide von Le-Mans-Sieger Klaus Ludwig.

Gemeinsam mit den zahlreichen historischen Rennfahrzeugen entsteht ein Starterfeld, das in dieser Dichte selbst international Seltenheitswert besitzt.

25 Gesamtsiege sprechen für sich

Die Bilanz der anwesenden Fahrer liest sich wie das "Who is Who" des Langstreckensports:

  • 24 Stunden von Le Mans: 7 Gesamtsiege, 14 Podestplätze und 11 Klassensiege
  • 24 Stunden Nürburgring: 12 Gesamtsiege
  • 24 Stunden Spa-Francorchamps: 5 Gesamtsiege
  • 24 Stunden Daytona: 1 Gesamtsieg

In Summe stehen die Motorsportgrößen für 25 Gesamtsiege bei den bedeutendsten 24-Stunden-Rennen der Welt – eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die in Gröbming erstmals in dieser Form zusammentrifft.

Ein rollendes Museum mitten im Ennstal

Bereits ab 10 Uhr werden die Fahrzeuge im Motorpark vorbereitet und können aus nächster Nähe bestaunt werden. Um 12:30 Uhr folgt die große Startaufstellung im Ortszentrum, ehe um 13 Uhr die Startflagge für den Porsche Design Grand Prix mit seinen fünf Demorunden fällt. Danach startet der finale Bewerb der Ennstal-Classic.

Mit mehr als 200 historischen Fahrzeugen, legendären Rennfahrern und einzigartigen Originalen wird Gröbming an diesem Samstag zum Treffpunkt für alle, deren Herz im Takt hochdrehender Motoren schlägt. Wenn der Duft von Benzin durch die Straßen zieht, historische Zwölfzylinder aufheulen und Le-Mans-Legenden noch einmal das Lenkrad in die Hand nehmen, wird klar: Manche Geschichten kann man nicht erzählen – man muss sie hören, riechen und erleben.

 

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