Zwischen Glauben, Geschichte und Klimawandel
- verfasst von BLO24
- Fenstergucker
© B.Nachbagauer
Oliver Gulas-Wöhri, Martin Gebeshuber, Elisabeth Fuxjäger, Manfred Fössleitner, Werner Huber, Hermann Kain, Alexander Maunz, Eleonora Fluch, Renate Groiß, Loretta Kain, Friederike Amort, Hans Hintsteiner, Pater Ulrich und Pater Engelbert
Über 350 Flur- und Kleindenkmäler erstmals umfassend dokumentiert.
Im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen wurde am 12. März in Altenmarkt bei St. Gallen eine besondere Veranstaltung gefeiert, die Vergangenheit und Zukunft auf eindrucksvolle Weise verband. Unter dem Motto „Klimawandelanpassung trifft kulturelles Erbe“ wurde sichtbar, wie eng die Geschichte der Region mit Naturereignissen und klimatischen Veränderungen verwoben ist.
Zahlreiche Marterl, Wegkreuze und Bildstöcke prägen die Landschaft der Eisenwurzen. Sie erinnern an persönliche Schicksale und historische Ereignisse, die oft im Zusammenhang mit Naturkatastrophen wie Hochwasser, Lawinen oder schweren Unwettern stehen. Diese Denkmäler sind stille Zeugen von Leid, Hoffnung und Glauben – und zugleich Ausdruck der Widerstandskraft früherer Generationen im Umgang mit extremen Umweltbedingungen.
Ein besonderer Fokus der Veranstaltung lag auf der älteren Generation. In einem eigenen Projekt wurden Menschen porträtiert, die aus erster Hand berichten können, wie sich das Leben und das Klima im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Ihre Erinnerungen und Lebensweisheiten wurden in Form von Kalendern und Schautafeln festgehalten und sind in St. Gallen sowie Altenmarkt öffentlich sichtbar.
Diese persönlichen Einblicke zeigen: Neben dem materiellen Kulturerbe ist auch das Wissen früherer Generationen ein bedeutender Schatz – gerade im Hinblick auf den heutigen Klimawandel.
Seit 2023 arbeitet eine engagierte Gruppe im Seelsorgeraum Eisenwurzen gemeinsam mit dem Natur- und Geopark daran, das kulturelle und christliche Erbe der Region systematisch zu erfassen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Über 350 Flur- und Kleindenkmäler – darunter Marterl, Bildstöcke und Kapellen – wurden dokumentiert, beschrieben und mit ihren Geschichten festgehalten.
Die Sammlung liegt nun sowohl digital als auch in gedruckter Form vor und wurde im Rahmen der Veranstaltung offiziell an die Mitglieder des Seelsorgeraums übergeben. Sie stellt einen bedeutenden Beitrag zur Bewahrung regionaler Identität dar.
Die Projektverantwortlichen würdigten den Einsatz der zahlreichen Mitwirkenden:
„Unser Dank gilt allen, die mit großem Engagement dokumentiert, recherchiert und organisiert haben. Dieses Projekt verlangte Ausdauer, Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft – schenkte uns aber auch wertvolle Momente der Besinnung auf unseren Glauben und unsere Wurzeln.“
Für einen besonderen Programmpunkt sorgte der Kabarettist Seppi Neubauer mit seinem Programm „Heiße Liebe“. Auf humorvolle Weise näherte er sich dem Thema Klimawandelanpassung und zeigte, dass auch ernste Herausforderungen mit Leichtigkeit und Perspektivenwechsel betrachtet werden können.
Die Veranstaltung wurde durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen des KLAR!-Programms unterstützt.
Die Veranstaltung machte deutlich: Ein Blick in die Vergangenheit kann helfen, Antworten auf aktuelle Fragen zu finden. Das kulturelle Erbe der Region und das Erfahrungswissen älterer Generationen liefern wertvolle Impulse für den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels.
Interessierte, die sich für das Flurdenkmalbuch interessieren oder Hinweise zu bislang nicht erfassten Denkmälern geben möchten, können sich an die Projektverantwortlichen wenden.



