Forschung am Puls unserer Wildnis
- verfasst von BLO24
- Panoptikum
Gesäuse/Kalkalpen. Eine Woche, hunderte Höhenmeter und unzählige Eindrücke: Rund 50 Studierende aus Deutschland, Italien und Österreich forschten im Rahmen der BESTNATURE Field Week 2025 in den Nationalparks Gesäuse und Kalkalpen. Das Erasmus+-Projekt bringt fünf Universitäten aus drei Ländern zusammen – und zeigt, wie Schutzgebiete als Lern- und Forschungsräume internationale Brücken schlagen.
Besonders fordernd war der steile Aufstieg zur Forschungsstation Zöbelboden des Umweltbundesamts im Nationalpark Kalkalpen. Auch das Johnsbachtal im Nationalpark Gesäuse stand zwei Tage im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit: Das rund 155 Quadratkilometer große Einzugsgebiet des Wildbachs wird seit Jahren intensiv untersucht. Ein dichtes Messnetz dokumentiert Temperatur, Niederschlag, Schnee und Wasserstände – und macht so den Klimawandel sichtbar.
Das Monitoring der Biodiversität in Wäldern, Almen und Gewässern wird durch moderne Fernerkundung ergänzt. Satellitendaten, geophysikalische Methoden und Naturgefahrenforschung – etwa zu Lawinen oder Wildbächen – geben Einblicke in Landschaftswandel und ökologische Prozesse. Zusätzlich wird die historische wie aktuelle Landnutzung in der Eisenwurzen und deren Einfluss auf die Bevölkerung erforscht.
Die Kooperation zwischen der Universität Graz und dem Nationalpark Gesäuse, 2024 offiziell besiegelt, verlieh der Forschung neuen Schwung. „Dass daraus auch ein internationaler Austausch entsteht, freut mich besonders“, betont Alexander Maringer, Forschungsleiter im Nationalpark Gesäuse.
Für Tobias Köstl vom E-C-O Institut für Ökologie ist die Feldwoche mehr als ein Studienaufenthalt: „Es ist eine besondere Ehre, mit meiner Arbeit zu einem naturwissenschaftlichen Gesamtbild in diesen wertvollen Schutzgebieten beizutragen.“
Forschung hat in Nationalparks einen hohen Stellenwert – sie ist gesetzlich verankert und Grundlage für das Management. Neben Exkursionen erhielten die Studierenden deshalb auch direkte Einblicke in die Arbeit der Nationalparkverwaltungen.
Die BESTNATURE Field Week 2025 verdeutlichte eindrucksvoll: Nationalparks sind nicht nur Rückzugsorte für Natur, sondern auch internationale Klassenzimmer und Forschungszentren am Puls der Wildnis.



