Wenn im Gesäuse die Lichter ausgehen
- verfasst von BLO24
- Fenstergucker
Eine Nacht ohne grelle Fassaden, leuchtende Gärten und künstlichen Lichtschein – dafür mit einem Himmel voller Sterne: Zur internationalen „Earth Night“ am Freitag, 11. September, lädt der Nationalpark Gesäuse dazu ein, die Schönheit der Dunkelheit neu zu entdecken. Bei einer „Nacht der offenen Tür“ in Weng dreht sich alles um die Nacht, die Natur und einen Schatz, der immer seltener wird: echte Dunkelheit.
Es gibt sie noch, diese besonderen Nächte im Gesäuse. Wenn die letzten Sonnenstrahlen hinter den Bergen verschwinden, langsam Ruhe ins Tal einkehrt und über den mächtigen Gipfeln ein Stern nach dem anderen sichtbar wird. Fernab großer Städte eröffnet sich bei klarem Himmel ein faszinierender Blick in die Weiten des Universums.
Doch auch hier wird die natürliche Dunkelheit zunehmend von künstlichem Licht verdrängt.
Wenn die Nacht zum Tag wird
Beleuchtete Hausfassaden, Gartenlampen, angestrahlte Bäume, helle Einfahrten und dauerhaft eingeschaltete Außenleuchten gehören mittlerweile vielerorts zum Alltag. Sie vermitteln Sicherheit, sorgen für Orientierung und schaffen Atmosphäre.
Doch Licht kennt keine Grundstücksgrenzen. Was für Menschen angenehm und dekorativ erscheint, kann für die Natur erhebliche Auswirkungen haben.
Insekten werden von künstlichen Lichtquellen angezogen, nachtaktive Tiere verlieren ihre Orientierung und natürliche Lebensrhythmen können gestört werden. Auch Gewässer und Pflanzen reagieren auf nächtliche Beleuchtung. Und nicht zuletzt betrifft Lichtverschmutzung uns Menschen selbst: Helligkeit vor dem Schlafzimmerfenster, Blendung und fehlende Dunkelheit können die nächtliche Erholung beeinträchtigen.
Dabei braucht es oft gar nicht viel, um etwas zu verändern. Licht nur dort einzusetzen, wo es tatsächlich benötigt wird, Beleuchtungszeiten zu begrenzen und unnötige Lichtquellen abzuschalten, hilft der Natur – und lässt gleichzeitig den Sternenhimmel wieder stärker hervortreten.
Earth Night: Für eine Nacht gehört der Himmel wieder den Sternen
Genau darauf macht die internationale „Earth Night“ am 11. September aufmerksam. Menschen, Gemeinden und Institutionen sind eingeladen, für eine Nacht auf möglichst viel künstliche Beleuchtung zu verzichten.
Auch der Nationalpark Gesäuse beteiligt sich und verbindet die Earth Night mit einer besonderen „Nacht der offenen Tür“ in der Nationalparkverwaltung in Weng.
Von 19 bis 22 Uhr gibt das Team Einblicke hinter die Kulissen seiner Arbeit. Im Mittelpunkt steht diesmal die Dunkelheit: Wie beeinflusst künstliches Licht Tiere und Pflanzen? Warum ist eine natürliche Nacht für funktionierende Ökosysteme so wichtig? Und wie kann jeder Einzelne mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, Lichtverschmutzung zu reduzieren?
Natürlich soll auch die Gemütlichkeit nicht zu kurz kommen: Grillerei und Getränke sorgen für einen entspannten Abend und Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch.
Nacht der offenen Tür – Nationalpark Gesäuse
Freitag, 11. September 2026
19 bis 22 Uhr
Nationalparkverwaltung Weng
Eintritt frei – keine Anmeldung erforderlich.
Vielleicht ist es gerade die Dunkelheit, die uns wieder erkennen lässt, wie viel Licht über unseren Köpfen eigentlich verborgen liegt. Denn wenn im Gesäuse für einige Stunden die Lampen verstummen, beginnt am Himmel eine Vorstellung, für die es weder Scheinwerfer noch Bühne braucht.



