Zwischen Wildnis, Geschichte und Artenschutz
- verfasst von BLO24
- Fenstergucker
Gstatterboden/Admont – Mit einem abwechslungsreichen Ausstellungsprogramm lädt der Nationalpark Gesäuse auch 2026 dazu ein, Natur, Geschichte und aktuelle Fragen des Artenschutzes aus neuen Perspektiven zu entdecken. Internationale Fotokunst trifft dabei auf regionale Historie und eindrucksvolle Einblicke in bedrohte Lebensräume.
Den Auftakt macht der international renommierte Fotograf Colin Prior mit seiner Ausstellung „Fragile: Birds, Eggs and Habitats“, die noch bis 28. Juni in der Galerie Fokus Admont zu sehen ist. Mit ruhigen, detailreichen Bildern lenkt Prior den Blick auf die Schönheit und zugleich die Zerbrechlichkeit der Vogelwelt und ihrer Lebensräume.
Von 6. Juli bis 30. August folgt die Ausstellung „Vom Wesen der Pflanzen“ von Ira Hilger. Die Künstlerin interpretiert historische botanische Schautafeln neu und verbindet wissenschaftliche Präzision mit einer poetischen, zeitgenössischen Bildsprache. Der Eintritt in die Galerie Fokus Admont ist frei.
Einen starken regionalen Schwerpunkt setzt die Ausstellung „Der Bau der Kronprinz-Rudolf-Bahn im Gesäuse“ in der Galerie „Alte Sägehalle“ in Gstatterboden. Historische Fotografien und Dokumente zeigen dort bis Ende Oktober die enorme technische und menschliche Leistung hinter dem Bau der Bahnlinie im 19. Jahrhundert. Zwischen steilen Felswänden und entlang der Enns entstand ein Infrastrukturprojekt, das die Entwicklung des Gesäuses nachhaltig prägte. Gleichzeitig beleuchtet die Ausstellung das Spannungsfeld zwischen Fortschritt, Naturraum und gesellschaftlichem Wandel.
Aktuelle Themen des Naturschutzes greift die Outdoorausstellung „Wilde Wälder“ in der Eichelau in Admont auf. Im Mittelpunkt steht unter anderem der Luchs, dessen Bestand in Österreich weiterhin kritisch klein ist. In den Nördlichen Kalkalpen lebt derzeit nur noch eine sehr kleine Population, Nachwuchs wurde seit Jahren kaum nachgewiesen. Die Ausstellung macht auf diese fragile Situation aufmerksam und zeigt eindrucksvolle Aufnahmen aus dem Lebensraum der scheuen Wildkatze.
„Natur- und Artenschutz ist kein Luxus, den wir uns bei Gelegenheit leisten können, sondern eine Grundvoraussetzung für stabile, intakte Ökosysteme. Große Raubtiere gehören genauso dazu wie die kleinsten Krabbler“, betonen Christine Sonvilla und Marc Graf.
Alle Ausstellungen können zu den jeweiligen Öffnungszeiten besucht werden, der Eintritt ist frei. Sie verbinden eindrucksvoll Kunst, Naturvermittlung und regionale Geschichte – und lassen sich ideal mit einem Ausflug in den Nationalpark Gesäuse kombinieren.



