Die Steiermark ist weltweit an der Spitze
- verfasst von BLO24
- Panoptikum
Die diesjährige City Nature Challenge 2026 wurde für den Nationalpark Gesäuse und die gesamte Steiermark zu einem außergewöhnlichen Erfolg. Erstmals nahm die Steiermark geschlossen an der internationalen Biodiversitäts-Challenge teil – und erreichte mit mehr als 4.600 dokumentierten Arten den ersten Platz weltweit.
Besonders bemerkenswert ist dabei ein wissenschaftlich bedeutender Fund aus dem Gesäuse: Nationalpark-Mitarbeiterin Barbara Bock gelang mit Micropterix tunbergella der Erstnachweis dieser seltenen Urmotte für die gesamte Obersteiermark. Die nur wenige Millimeter große Art zählt zu den ursprünglichsten heute noch lebenden Schmetterlingsarten Europas und besitzt – anders als moderne Schmetterlinge – noch beißende Mundwerkzeuge statt eines Saugrüssels. Bis heute sind sowohl das Larven- als auch das Puppenstadium dieser Art unbekannt. Österreichweit existieren bislang nur wenige dokumentierte Nachweise. Der Fund unterstreicht einmal mehr die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Nationalparks Gesäuse.
„Die City Nature Challenge zeigt jedes Jahr aufs Neue ihren großen Wert für die Biodiversitätsforschung. Mit Micropterix tunbergella ist heuer ein besonders spannender Nachweis gelungen – der erste für die gesamte Obersteiermark“, betont Laura Vinter vom Nationalpark Gesäuse und Organisatorin der City Nature Challenge.
Bei der jährlich stattfindenden City Nature Challenge dokumentieren Naturinteressierte weltweit Tiere, Pflanzen und Pilze, um gemeinsam einen wertvollen Beitrag zur Biodiversitätsforschung zu leisten. Innerhalb von vier Tagen können Beobachtungen unkompliziert per App oder Computer gemeldet werden. Die eingereichten Daten werden anschließend mithilfe künstlicher Intelligenz sowie durch erfahrene Naturbeobachter:innen bestimmt und wissenschaftlichen Datenbanken zur Verfügung gestellt.
Großes Interesse weckte auch die kürzlich veranstaltete „Erforschung der Nacht im Nationalpark“, die ganz im Zeichen natürlicher Dunkelheit stand. Die Veranstaltung fand kurz nach der Auszeichnung der Region als Dark Sky Reserve statt und bot eindrucksvolle Einblicke in die nächtliche Natur des Gesäuses.
An beleuchteten Lichtzelten konnten zahlreiche nachtaktive Insekten beobachtet und im Rahmen der City Nature Challenge bestimmt werden. Mit speziellen Geräten lauschten die Teilnehmer:innen außerdem den Rufen von Fledermäusen. Die außergewöhnlich klare Nacht ermöglichte darüber hinaus beeindruckende astronomische Beobachtungen: Sterne, der Mond sowie Jupiter mit seinen Monden waren durch Spektive eindrucksvoll sichtbar.
Im Mittelpunkt stand jedoch vor allem das bewusste Erleben der Dunkelheit selbst. Ohne künstliches Licht konnten Besucher:innen die besondere Atmosphäre der Nacht hautnah wahrnehmen – eine Erfahrung, die in unserer zunehmend hellen Welt immer seltener wird. „Natürliche Dunkelheit ist ein wertvoller Bestandteil unserer Umwelt. Die große Begeisterung der Teilnehmer:innen zeigt, wie faszinierend und wichtig die Nacht für Mensch und Natur gleichermaßen ist“, so Laura Vinter.
Der Nationalpark Gesäuse bedankt sich bei allen Mitwirkenden, Partner:innen und Teilnehmer:innen für das große Engagement und die erfolgreiche Umsetzung beider Veranstaltungen.
Besonders erfreulich war auch die tatkräftige Unterstützung durch die Junior Ranger.



