Albert Royer zu den Wetterextremen

Albert Royer zu den Wetterextremen Foto: FPÖ
Bezirk Liezen: Ohne zu wissen was der Rest des Jahres wettertechnisch noch alles bringen wird, kann man nach den Schneemassen im Jänner, den viel zu kalten Mai und den langanhaltenden Hitzewellen im Juni und Juli wohl ohne Übertreibung von Wetterextremen sprechen.

Noch vor einigen Jahren hätte ich persönlich wohl sinngemäß gesagt: „Was kratzt es mich wenn in China ein Sack Reis umfällt.“ Mittlerweile und nach sehr schmerzhaften Ernteverlusten im Grünland und der Erkenntnis, dass unsere heimische Pflanzenwelt mehrere Tage in Folge mit um die 35 Grad nur sehr schlecht bis gar nicht aushält, reift ihn mir immer mehr die Erkenntnis, dass wir die Sache mit dem Klimawandel wohl sehr viel größer und globaler zu Ende denken müssen.

Schweizer Forscher meinen, man müsse viele neue Bäume pflanzen und ganze Gegenden aufforsten, um den Klimawandel zu verlangsamen. Bedauerlicherweise passiert auf der anderen Seite der Erdkugel gerade genau das Gegenteil. In Malaysia und Indonesien werden große Flächen Regenwald abgeholzt, um Anbauflächen für Palmöl zu schaffen (Palmöl wird in der Lebensmittelindustrie eingesetzt um hochwertigere aber teurere tierische Produkte zu ersetzen).

In Südamerika dasselbe traurige Spiel, im Amazonasgebiet werden riesige Flächen abgeholzt um Anbauflächen für Sojafutter zu schaffen. Das Problem an der Sache ist nur, dass wir Europäer mit unserem Konsumverhalten mitschuldig an dieser Entwicklung sind (Wunsch nach billigen Lebensmitteln). Ich glaube auch, dass man das Rad der Zeit bei der Globalisierung nicht mehr völlig zurückdrehen kann, aber es macht bei genauerer Betrachtung wohl recht wenig Sinn, Futtermittel aus Südamerika welche dort auf gerodeten Flächen angebaut werden, in Europa an Masttiere vor allem im Schweinebereich zu verfüttern. Die verhängnisvolle Gleichung heißt dann: Anbaufläche in Südamerika – Gülle in Europa - Nitrat im Boden bzw. Wasser.

Ich glaube es wäre langfristig zu unser aller Vorteil, vor allem in der Lebensmittelproduktion wieder mehr auf regionale Kreisläufe im Einklang mit der Natur zu achten. Dies ist aber, so ehrlich muss man schon sein, nicht mit den heutigen Preisen und Produktionskosten möglich. Generell, und das in vielen Bereichen werden sich die Konsumenten ihn den nächsten Jahren wohl die Frage stellen müssen, ob jeder einzelne von uns mit seinem Konsumverhalten bereit sein wird, die persönliche Komfortzone zu verlassen und liebgewordene Gewohnheiten über Bord zu werfen. Oder, - und das wäre natürlich eine allerdings nicht wirklich anzustrebende Möglichkeit:

Wir alle machen weiter wie bisher und nehmen den Klimawandel achselzuckend zur Kenntnis.

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