Seltene Schönheit im Gesäuse entdeckt
- verfasst von BLO24
- Kulturelles
Ein kleiner Fund mit großer Bedeutung: Der seltene Nachtfalter „Augsburger Bär“ wurde vergangene Woche im Rahmen einer Exkursion auf einer ökologischen Trittsteinfläche zwischen den Nationalparks Gesäuse und Kalkalpen entdeckt – ein bemerkenswerter Nachweis für den Erfolg vernetzter Schutzgebiete.
Bei einer gemeinsamen Begehung mit Vertreterinnen und Vertretern der Nationalparks Gesäuse und Kalkalpen sowie dem Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal konnte auf einer naturnahen Trittsteinfläche ein Exemplar des stark gefährdeten Augsburger Bären (Arctia matronula) gesichtet werden. Die Fläche, gelegen im Eigentum der Österreichischen Bundesforste, fungiert als verbindendes Element zwischen den großen Schutzgebieten der Region.
Der Augsburger Bär gehört zur Familie der Bärenspinner und zählt mit einer Flügelspannweite von bis zu 80 Millimetern zu den auffälligen Nachtfaltern Europas. Doch seine Seltenheit macht ihn zu einem besonderen Fund: Er ist ein sogenannter „Kulturflüchter“, dessen Lebensräume durch Zersiedelung und intensive Landnutzung zunehmend verschwinden. In Österreich ist er auf der Roten Liste als gefährdet geführt.
Trittsteinflächen – ungenutzte, strukturreiche Waldgebiete – spielen eine entscheidende Rolle für das Überleben solcher Arten. Sie ermöglichen den genetischen Austausch zwischen isolierten Populationen und wirken der Verarmung und dem Aussterben entgegen. Der aktuelle Fund bekräftigt den ökologischen Wert dieser Biotopvernetzung.
Stimmen aus den Schutzgebieten
Alexander Maringer, Nationalpark Gesäuse:
„Im Gesäuse existiert ein stabiles Vorkommen dieses seltenen Nachtfalters. Dass wir ihn nun auch auf einer Trittsteinfläche nachweisen konnten, zeigt, wie wichtig die Vernetzung kleiner Populationen für den langfristigen Erhalt der Art ist.“
Katharina Pfligl, Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal:
„Der Fund belegt die Wirkung großflächiger Schutzgebiete und deren Vernetzung. Um gefährdete Arten wie den Augsburger Bären zu erhalten, brauchen wir streng geschützte Kernzonen und funktionale Übergangsräume.“
Josef Forstinger, Nationalpark Kalkalpen:
„Der Nachweis des Augsburger Bären zeigt, dass die Trittsteinstrategie aufgeht. Sie ist ein erfolgreiches Instrument, um Schutzgebiete miteinander zu verknüpfen und Lebensräume zu sichern.“
Norbert Totschnig, Umweltminister (BMLUK):
„Trittsteinflächen sind ein zentraler Baustein im Kampf gegen das Artensterben. Der Fund des Augsburger Bären zeigt, wie gezielte Maßnahmen für Vernetzung wertvolle Lebensräume schaffen – ein großer Erfolg für den Naturschutz in Österreich.“



