Blühende Forschung und achtsames LernenRaum

Blühende Forschung und achtsames LernenRaum © HBLA
Young Citizen Science PolliDiversity 2025 begeistert steirische Schüler:innen

Raumberg: Ein innovatives Bildungsprojekt bringt Natur, Wissenschaft und Achtsamkeit in Einklang – mit sichtbaren Erfolgen und inspirierender Beteiligung.

Seit April 2025 erforschen 23 steirische Schulklassen im Rahmen des Projekts Young Citizen Science PolliDiversity die faszinierende Welt der Bestäuber. Mit Blühflächen auf ihren Schulhöfen, regelmäßiger Datenerhebung und einem achtsamen Blick auf die Natur leisten die jungen Citizen Scientists einen wertvollen Beitrag zur Umweltbildung und Biodiversitätsforschung.

Das Projekt vereint forschendes Lernen, wissenschaftliche Partizipation und Achtsamkeitspraxis – ein in Österreich bislang einzigartiger Ansatz. Ziel ist es, die emotionale, kognitive und ökologische Bildung von Schüler:innen nachhaltig zu fördern.

Forschung trifft Achtsamkeit – ein Bildungsexperiment

Begleitet wird das Projekt von einer biologiedidaktischen Studie in Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität Salzburg. Sie untersucht die Wirkung der Projektteilnahme auf Umweltbewusstsein, Emotionen, Artenkenntnis und ökologisches Verständnis.

Dazu wurden die teilnehmenden Klassen in drei Gruppen eingeteilt:

  • Kontrollgruppe: arbeitet mit Projektmaterialien und führt Achtsamkeitsübungen durch, aber ohne Forschungsbeteiligung
  • Interventionsgruppe basic: vollwertige Projektteilnahme ohne Achtsamkeit
  • Interventionsgruppe mindful: kombiniert Citizen Science mit angeleiteter Achtsamkeitspraxis

Von der Saat bis zum Summen: Forschung im Schulhof

Zu Projektbeginn im April wurden neun Blühflächen in ganz der Steiermark – von Graz bis ins Ennstal – angelegt. Mit der ReNatura® BW3 Gumpensteiner Wildblumenmischung sowie einer umfassenden Standortanalyse starteten die Schulklassen ihre Forschungstätigkeit.

Jede Klasse der Interventionsgruppen erhielt ein Startpaket bestehend aus Saatgut (bereitgestellt von der Kärntner Saatbau), Bodenthermometer und einem Jungforscher:innen-Booklet. Letzteres begleitete die Schüler:innen durch den gesamten Mitforschzeitraum von April bis Juni 2025 mit Wochenplänen, Anleitungen, Spielen und Videos.

Mitforschen, dokumentieren, beobachten

In standardisierten Formularen hielten die Klassen die Wetterdaten, Bodentemperatur, Pflanzenwuchshöhe und Blühzeitpunkte fest. Im Juni folgte das Highlight: ein Bestäuber-Monitoring, bei dem blütenbesuchende Insekten gezählt und bestimmt wurden. Ergänzt wurde die Forschung durch zahlreiche Fotos, die auf der Projektplattform hochgeladen wurden.

Wissenschaft hautnah erleben: Workshop mit Dr. Neumayer

Ein besonderes Erlebnis bot der Bestäuber-Workshop am 6. Juni an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein: Der renommierte Blütenökologe Dr. Johann Neumayer begeisterte die Schüler:innen der 2L-Klasse mit praktischer Insektenbestimmung und spannenden Einblicken in das Leben der Bestäuber.

Auszeichnung für Forschergeist

Zwei Klassen ragten mit besonders engagierter Teilnahme hervor:
Die 1FSB des Bildungszentrums Nord Rottenmann sowie die 1L-Klasse der HBLFA Raumberg-Gumpenstein zählen zu den fleißigsten Forscher:innen des Jahres 2025. Sie werden mit einem von Zotter Schokolade gesponserten Überraschungspaket belohnt.

Wie geht’s weiter?

Im September 2025 erfolgt ein zweiter Erhebungszeitpunkt, um auch langfristige Effekte der Projektteilnahme zu erfassen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden 2026 in internationalen Fachzeitschriften publiziert – und könnten dazu beitragen, Bildungsprozesse achtsamer, integrativer und wirkungsvoller zu gestalten.

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