Diplomarbeit entwickelt innovative Aquaponik
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Die Anlage basiert auf einem geschlossenen Wasserkreislauf: Das Wasser aus den Fischbecken wird zunächst mechanisch gereinigt und anschließend durch einen Biofilter geleitet. Dort wandeln Mikroorganismen die im Fischwasser enthaltenen Nährstoffe in pflanzenverfügbare Formen um. Das aufbereitete Wasser versorgt anschließend die Pflanzen und fließt danach wieder zurück zu den Fischbecken. Der Biofilter bildet dabei das Herzstück der Anlage, da er Schadstoffe abbaut und für stabile Wasserbedingungen im gesamten System sorgt.
Im Pflanzenbereich werden verschiedene Salatsorten sowie Basilikum und Petersilie kultiviert. Bereits während der Projektlaufzeit zeigte sich ein ausgezeichnetes Pflanzenwachstum. Gleichzeitig verglichen die Schülerinnen und Schüler zwei unterschiedliche Anbausysteme: das sogenannte Raft-System, bei dem die Pflanzen direkt auf schwimmenden Platten im Wasser wachsen, sowie ein platzsparendes NFT-System (Nutrient Film Technique), bei dem die Wurzeln kontinuierlich von einem dünnen Wasserfilm umspült werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Pflanzen im Raft-System ein besonders kräftiges Wachstum entwickeln.
Für die Fischproduktion fiel die Wahl auf den Afrikanischen Wels. Diese Fischart eignet sich hervorragend für Aquaponik-Anlagen, da sie hohe Besatzdichten verträgt, Futter sehr effizient verwertet und aufgrund ihrer Robustheit ideal für Kreislaufsysteme geeignet ist. Darüber hinaus verfügt sie neben den Kiemen über ein lungenähnliches Atmungsorgan, wodurch sie auch unter anspruchsvolleren Bedingungen widerstandsfähig bleibt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Diplomarbeit lag auf der Digitalisierung und Automatisierung der Anlage. Die Projektgruppe entwickelte unter anderem ein automatisches Nachfüllsystem, einen Futterautomaten sowie verschiedene digitale Steuerungs- und Überwachungslösungen. Ergänzt wird das System durch Sensoren der Firma Smaxtec, die kontinuierlich wichtige Wasserparameter wie Temperatur und pH-Wert erfassen. Dadurch können die Entwicklung der Anlage sowie die Produktionsbedingungen langfristig dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet werden.
Ausgangspunkt des Projekts war der Wunsch, ein innovatives Thema aufzugreifen, das an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein bislang noch nicht umgesetzt wurde. Während der Planung und Realisierung sammelten die Schülerinnen und Schüler umfassende praktische Erfahrungen in den Bereichen Fischhaltung, Pflanzenbau, Automatisierungstechnik, Projektmanagement und Organisation. Besonders wertvoll erwiesen sich dabei die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern sowie die eigenständige Entwicklung und Umsetzung der gesamten Anlage.
Die Projektbeteiligten sehen in der Aquaponik großes Zukunftspotenzial. Durch die Kombination von Fischzucht und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Kreislaufsystem lassen sich Wasser und Nährstoffe besonders effizient nutzen. Gleichzeitig ermöglicht das System eine regionale Lebensmittelproduktion auf vergleichsweise geringer Fläche und könnte damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer ressourcenschonenden Versorgung der Zukunft leisten.



