Wenn Wald und Wild in Balance kommen
© B. Nachbagauer
Rainer Göschl, Andreas Schreyer, Eva Posch, Hannes Andrä, Oliver Gulas, Franz Puchegger und Martin Krondorfer
Altenmarkt: Unter dem Motto „Was ist los mit dem Wild im Wald?“ stand heuer das bereits sechste Naturparkforum des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen, das am ersten Donnerstag im Oktober im traditionsreichen Gasthof Post in Altenmarkt stattfand. Rund 50 interessierte Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten über die Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Wald- und Wildbewirtschaftung im Zeichen des Klimawandels zu diskutieren.
Naturpark-Geschäftsführer Oliver Gulas-Wöhri eröffnete die Veranstaltung und begrüßte neben den Gästen auch zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Hannes Andrä. Er betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Forums als Dialogplattform:
„Mit unseren Aktivitäten zur Klimawandelanpassung und Waldentwicklung wollen wir Bewusstsein schaffen, zuhören, Lösungen erarbeiten und regionale Maßnahmen umsetzen.“
Die Moderation des Abends übernahm Martin Krondorfer, Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl, der mit einem Impulsvortrag den thematischen Rahmen spannte. Er beleuchtete, wie sich die Wildbestände und das Waldökosystem gegenseitig beeinflussen – insbesondere unter den veränderten klimatischen Bedingungen.
Im Anschluss diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium mit Fachleuten aus Jagd, Forstwirtschaft und Naturschutz:
Eva Posch, Waidfrau im Bezirk Liezen
Andreas Schreyer, Forstdirektor und Sachverständiger für Forst- und Holzwirtschaft
Franz Puchegger, Obmann des Ökologischen Jagdverbandes Österreich
Rainer Göschl, Vertreter des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung
Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen nach einem gesunden Gleichgewicht zwischen Waldverjüngung und Wildverbiss, der Rolle der Jagd in Zeiten des Klimawandels sowie der Verantwortung von Grundbesitzern und Jägerinnen und Jägern. Einigkeit herrschte darüber, dass Lösungen nur im Miteinander gefunden werden können – durch Kommunikation, regionale Kooperation und langfristige Strategien.
Das Forum fand im Rahmen der Klimawandelanpassungsmodellregion (KLAR!) Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen statt, die vom Klima- und Energiefonds gefördert und von Martin Gebeshuber betreut wird. Geplant sind in den kommenden Jahren unter anderem eine Wanderausstellung an öffentlichen Plätzen sowie Baumausgaben für Objektschutzwälder bis 2027 – konkrete Schritte hin zu einem widerstandsfähigen, klimafitten Naturraum.



