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Dramatische Nacht für Alpin-Polizei und Bergrettungg

Dunkelheit, eisiger Wind, Erschöpfung und gefährliches Gelände: Gleich drei alpine Notlagen hielten Bergrettung, Alpinpolizei und Hubschrauberbesatzungen am Dienstagabend, 20. Oktober, in Atem. Besonders dramatisch entwickelte sich die Rettung einer deutschen Urlauberfamilie mit vier Kindern am Kaiserschild bei Eisenerz. Auch in Schladming und im Gesäuse mussten Wanderer aus gefährlichen Situationen befreit werden.
Was als Familienausflug in die steirische Bergwelt begonnen hatte, entwickelte sich am Dienstagabend zu einem stundenlangen Rettungsdrama. Zwei Eltern und ihre vier Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren waren am Vormittag von einem Alpinresort in Eisenerz zu einer Wanderung auf das Kaiserschild aufgebrochen.
Doch mit zunehmender Dunkelheit und schwindenden Kräften wurde die Situation immer bedrohlicher. Gegen 21 Uhr war die sechsköpfige Familie im Bereich des Rotriegels schließlich so erschöpft, dass sie nicht mehr weiterkonnte. Ein Notruf setzte eine aufwendige Rettungsaktion in Gang.
Rettungstrupp kämpft sich auf 1.860 Meter Höhe
Einsatzkräfte der Bergrettung Eisenerz und der Alpinpolizei Hochsteiermark machten sich umgehend auf den Weg. Kurz vor Mitternacht erreichte ein erster Rettungstrupp die Familie auf rund 1.860 Metern Seehöhe. Eine Bergrettungsärztin übernahm die medizinische Erstversorgung.
Doch die eigentliche Herausforderung stand den Rettern noch bevor.
Ein zunächst geplanter gesicherter Abstieg musste kurz nach Mitternacht abgebrochen werden. Steiles Gelände, völlige Dunkelheit, heftige Windböen und die zunehmende Erschöpfung der Wanderer machten ein sicheres Weiterkommen unmöglich.
Sturmböen verhindern Hubschrauberrettung
Auch aus der Luft war zunächst keine Rettung möglich. Mehrere Landeversuche eines Rettungshubschraubers scheiterten an den starken Windböen.
Damit blieb den Einsatzkräften vorerst nur eine Möglichkeit: bei der Familie am Berg auszuharren und gemeinsam nach einem sicheren Ausweg zu suchen.
In weiterer Folge wurde versucht, zu Fuß in Richtung Sandgrube abzusteigen, um bei Tageslicht und hoffentlich besseren Wetterbedingungen eine Hubschrauberbergung zu ermöglichen.
Mittwochfrüh war der schwierige Rettungseinsatz weiterhin im Gange.
Schladming: 21-Jähriger verirrt sich in gefährlichem Gelände
Während die Rettungskräfte am Kaiserschild gegen die schwierigen Bedingungen kämpften, kam es auch in Schladming zu einem nächtlichen Bergrettungseinsatz.
Ein 21-jähriger Urlauber aus Israel war von der Planai-Bergstation in Richtung Riesachsee unterwegs, als er den Wanderweg verlor. Schließlich fand er sich in steilem, unwegsamem Gelände wieder und wusste nicht mehr weiter.
Gegen 21.40 Uhr setzte der junge Mann einen Notruf ab.
Der Bergrettung Schladming gelang es, seinen Standort auf rund 1.600 Metern Seehöhe zu bestimmen. Gegen 23.15 Uhr erreichten die Retter den Wanderer und begleiteten ihn gesichert über felsiges Gelände ins Tal.
Der 21-Jährige blieb unverletzt. Vier Bergretter und zwei Polizisten standen bei diesem Einsatz im Einsatz.
Gesäuse: 16-Jähriger ohne Stirnlampe auf der Planspitze
Bereits zuvor hatte sich im Gemeindegebiet von Admont eine weitere gefährliche Situation entwickelt.
Ein 16-jähriger deutscher Jugendlicher hatte sich bei einer Wanderung im Gesäuse von seinen Eltern getrennt und eigenständig seine ursprünglich geplante Route geändert.
Er stieg auf die Planspitze und wollte anschließend in Richtung Kummerbrücke absteigen. Doch die einsetzende Dunkelheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung.
Ohne Stirnlampe konnte der Jugendliche seinen Weg nicht mehr sicher fortsetzen.
Gegen 18.45 Uhr alarmierte sein Vater die Rettungskräfte. Bergrettung Admont und Alpinpolizei wurden verständigt. Schließlich gelang es, den Jugendlichen mit dem Notarzthubschrauber „Christophorus 14“ aus seiner misslichen Lage zu befreien.
Der 16-Jährige konnte seinen Eltern unverletzt übergeben werden.
Drei Notlagen in wenigen Stunden – eine eindringliche Warnung
Drei alpine Notlagen innerhalb weniger Stunden zeigen einmal mehr, wie rasch selbst eine vermeintlich harmlose Bergwanderung zur gefährlichen Situation werden kann.
Gerade im Herbst werden die kürzer werdenden Tage, rasch wechselnde Wetterbedingungen und die früh einsetzende Dunkelheit häufig unterschätzt.
Die Einsätze unterstreichen, wie wichtig eine sorgfältige Tourenplanung, ausreichend Zeitreserven, warme Kleidung und eine funktionierende Stirnlampe im Gebirge sind.
Für die Rettungskräfte wurde diese Oktobernacht jedenfalls zu einer außergewöhnlichen Herausforderung – und für die betroffenen Wanderer zu einem Bergerlebnis, das sie wohl nicht so schnell vergessen werden.
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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