Ein sportlicher Meilenstein in Altaussee
Rund 300.000 Euro investiert, enorme Eigenleistung erbracht und mehr als 600 Fans beim Derby: Der FC Ausseerland hat am 22. August 2026 seinen neuen Kabinen- und Kantinentrakt im Mayrlife-Seestadion Altaussee feierlich eröffnet. Den sportlichen Höhepunkt lieferte anschließend das erste Ligaderby gegen den ASV Bad Mitterndorf seit rund 30 Jahren – mit einem umkämpften 0:0.
Ein Fußballplatz wie aus dem Bilderbuch
Der Fußballplatz am Altausseer See zählt wohl zu den außergewöhnlichsten Sportstätten Österreichs. Zwischen See, Loser und Trisselwand bietet das Mayrlife-Seestadion eine Kulisse, die Spieler und Besucher gleichermaßen begeistert. Doch so beeindruckend das Panorama ist, so dringend war zuletzt eine Verbesserung der Infrastruktur notwendig.
Die Kabinen waren bislang im altehrwürdigen Volkshaus untergebracht – nicht unmittelbar am Spielfeld und zudem mit Umkleide- und Sanitärbereichen, die zunehmend in die Jahre gekommen waren. Für den FC Ausseerland war daher klar: Eine zeitgemäße und langfristige Lösung musste her.
Schwierige Voraussetzungen – besondere Lösung
Die Umsetzung war allerdings alles andere als einfach. Der Fußballplatz befindet sich im Naturschutzgebiet NSG-a03 Altausseer See, wodurch eine feste Bebauung nicht möglich war. Nach jahrelanger Planung, zahlreichen Überlegungen und Abstimmungen wurde schließlich eine Lösung in moderner Containerbauweise gefunden.
Auf rund 160 Quadratmetern ist eine neue sportliche Heimat entstanden. Die Räumlichkeiten stehen den beiden Kampfmannschaften des FC Ausseerland ebenso zur Verfügung wie den rund 150 Kindern und Jugendlichen im Alter von vier bis 15 Jahren, den Gästemannschaften und den Schiedsrichtern.
Mit der neuen Anlage in Altaussee verfügt der Verein nun über eine weitere moderne Spielstätte. In Bad Aussee steht zudem das mit dem Steirischen Holzpreis ausgezeichnete Panoramastadion zur Verfügung, auch der Trainingsplatz in Eselsbach wird weiterhin genutzt.
300.000 Euro für die Zukunft des Vereins
Rund 300.000 Euro wurden in das Projekt investiert. Dabei gelang es dem Verein, die Finanzierung auf mehrere starke Säulen zu stellen. Rund 135.000 Euro konnten durch monetäres Sponsoring für das Projekt aufgebracht werden. Unternehmen, Gönner, Fans, Vereine und gemeinnützige Institutionen beteiligten sich an der Realisierung.
Der FC Ausseerland selbst steuerte 30.000 Euro bei. Die Gemeinde Altaussee unterstützte das Vorhaben mit einer Bedarfszuweisung in Höhe von 50.000 Euro.
Auch optisch wurde großer Wert darauf gelegt, dass sich der Neubau harmonisch in die einzigartige Landschaft einfügt. Eine Holzverkleidung im typischen Ausseer Stil verleiht dem modernen Containerbau ein regionales Erscheinungsbild.
Eigenleistung im Wert von rund 100.000 Euro
Mindestens ebenso beeindruckend wie die finanzielle Unterstützung war die freiwillige Arbeit innerhalb des Vereins. Funktionäre und Helfer investierten unzählige Stunden in Planung, Handwerk und Logistik. Dadurch konnte der tatsächliche finanzielle Aufwand laut Verein um rund 100.000 Euro reduziert werden.
„Das Herzstück der Umsetzung war neben den vielen finanziellen Förderern zweifellos das große Engagement unserer Funktionäre und Helfer“, betonte FCA-Obmann Roland Planitzer bei der Eröffnung.
Gemeinsam mit Präsident Johann Christof, der dem Verein seit dessen Gründung im Jahr 2011 vorsteht, bedankte er sich bei allen Unterstützern.
Christof brachte die Bedeutung des Projektes auf den Punkt: Hinter dem Neubau stehe weit mehr als eine Investitionssumme. Finanzielle Hilfe, Materialspenden, Fachwissen und vor allem unzählige freiwillige Arbeitsstunden hätten gezeigt, was eine starke Vereinsgemeinschaft gemeinsam erreichen könne.
Feierliche Eröffnung mit Musik und Segnung
Am 22. August war es schließlich so weit: Der neue Kabinen- und Kantinentrakt wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben. Nach der Segnung und den Ansprachen der Vereinsverantwortlichen und Ehrengäste sorgte die Salinenmusikkapelle Altaussee für die musikalische Umrahmung des Festaktes.
Doch lange blieb keine Zeit zum Feiern – denn unmittelbar danach wartete die erste große sportliche Bewährungsprobe auf die neue Anlage.
Mehr als 600 Fans beim Derby-Comeback nach 30 Jahren
Und die hätte kaum passender sein können: FC Ausseerland gegen ASV Bad Mitterndorf – erstmals seit rund drei Jahrzehnten wieder als Ligaderby.
Nach dem Meistertitel des FC Ausseerland in der Gebietsliga Enns und dem Abstieg des ASV Bad Mitterndorf aus der Oberliga Nord trafen die beiden Lokalrivalen nun wieder in derselben Liga aufeinander.
Mehr als 600 Zuschauer verwandelten das Mayrlife-Seestadion in einen stimmungsvollen Fußball-Hotspot. Beide Fanlager sorgten für eine großartige Derbyatmosphäre, während sich die Mannschaften auf dem Platz ein intensives, hart umkämpftes, aber faires Duell lieferten.
Chancen gab es auf beiden Seiten, doch die beiden Torhüter erwischten einen starken Tag und verhinderten mit mehreren Paraden einen Treffer. So stand nach 90 spannenden Minuten ein 0:0 auf der Anzeigetafel.
Ein Tag, der in der Klubgeschichte bleibt
Auch wenn beim großen Derby-Comeback die Tore fehlten, war der 22. August 2026 für den FC Ausseerland ein voller Erfolg. Mit dem neuen Kabinen- und Kantinentrakt wurde nicht nur die Infrastruktur entscheidend verbessert, sondern vor allem in die Zukunft des Vereins und seiner rund 150 Nachwuchsspieler investiert.
Der FC Ausseerland hat damit gezeigt, was mit Sponsoren, öffentlicher Unterstützung und vor allem einer außergewöhnlichen Portion Eigeninitiative möglich ist.
Ein neuer Kabinentrakt, mehr als 600 Derbyfans und eine der schönsten Fußballkulissen des Landes: Für den FC Ausseerland war dieser Tag weit mehr als eine Eröffnung – er war ein echter Meilenstein der Vereinsgeschichte.



