Gesundheitsversorgung im Bezirk unter Druck
- verfasst von BLO24
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NAbg. Mario Lindner und Bgm. Thomas Reingruber präsentieren alarmierende Versorgungsdaten und starten Bezirkstour für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung
„Immer mehr Menschen erleben, dass eine rasche und wohnortnahe medizinische Versorgung keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Wer einen Facharzttermin benötigt, einen Therapieplatz sucht oder auf einen Hausarzt angewiesen ist, stößt oft auf lange Wartezeiten oder fehlende Angebote. Das darf nicht zur neuen Normalität werden“, betont Lindner.
Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung im niedergelassenen Bereich. „Wenn Familien nicht mehr sicher sein können, ob sie auch in Zukunft einen Hausarzt in ihrer Nähe finden, dann besteht dringender Handlungsbedarf. Unser Bezirk braucht jetzt konkrete Maßnahmen, damit die Gesundheitsversorgung auch in Zukunft verlässlich, wohnortnah und qualitativ hochwertig bleibt“, so Lindner.
Auch Gröbmings Bürgermeister und GVV-Bezirksvorsitzender Thomas Reingruber verweist auf die zunehmende Belastung in den Gemeinden: „Wir erleben täglich, wie groß der Druck auf das Gesundheitssystem geworden ist. Gemeinden sind oft die erste Anlaufstelle, wenn Versorgungslücken entstehen oder Ärztinnen und Ärzte für die Region gewonnen werden sollen. Viele Kommunen investieren bereits erhebliche Mittel und großes Engagement, um die medizinische Versorgung vor Ort sicherzustellen. Dieses Engagement braucht jedoch deutlich mehr Unterstützung durch das Land Steiermark. Es braucht attraktive Rahmenbedingungen für Medizinerinnen und Mediziner sowie eine langfristige und verlässliche Versorgungsplanung gemeinsam mit den Gemeinden.“
Wie angespannt die Situation bereits heute ist, zeigen aktuelle Daten aus dem Bezirk Liezen:
• Von 43 Hausarztstellen sind derzeit lediglich 39 besetzt, vier Stellen sind vakant.
• Beide vorgesehenen Hautarztstellen im Bezirk sind aktuell unbesetzt.
• Zehn von 26 Kassen-Zahnarztstellen können derzeit nicht besetzt werden.
• Im Bereich Frauenheilkunde ist nur eine von vier Planstellen besetzt.
• Auch die Therapieversorgung weist erhebliche Lücken auf:
- Physiotherapie: 2 Planstellen, davon 1,5 besetzt
- Ergotherapie: 2 Planstellen, davon 0,5 besetzt
- Logopädie: 1 Planstelle, derzeit unbesetzt
- Klinische Psychologie: keine Besetzung vorhanden
Zusätzlich verschärft eine bevorstehende Pensionierungswelle die Situation weiter. Mehr als die Hälfte der derzeit tätigen Hausärztinnen und Hausärzte – 20 von 39 – sind älter als 55 Jahre. Auch sämtliche Augenärzte im Bezirk haben bereits das Pensionsalter erreicht. Gleiches gilt für die einzige besetzte Stelle in der Frauenheilkunde sowie für zwei von vier Stellen im Bereich der Inneren Medizin.
Mit einer Bezirkstour in den kommenden Wochen möchte die SPÖ Liezen die Bevölkerung über diese Entwicklungen informieren und gleichzeitig die Erfahrungen und Anliegen der Bürgerinnen und Bürger aufnehmen. Thematisiert werden dabei auch weitere Herausforderungen wie der fehlende Notarztstützpunkt in der Steirischen Eisenstraße oder die Finanzierung des Rettungswesens. Als besonderes Angebot wird bei den Veranstaltungen auch ein Übungs-Defibrillator zur Verfügung stehen, mit dem Interessierte lebensrettende Maßnahmen praktisch kennenlernen können.
Unterstützung erhält die Initiative auch von SPÖ-Landesparteivorsitzendem Max Lercher, der am 2. Juli im Rahmen einer Veranstaltung in Bad Aussee Station machen wird. Dort möchte er sich persönlich ein Bild von den Herausforderungen und Erwartungen der Menschen in der Region verschaffen.
„Gesundheit darf nicht vom Wohnort abhängen. Jeder Mensch muss sich darauf verlassen können, rasch die medizinische Versorgung zu erhalten, die er oder sie benötigt. Dafür werden wir uns gemeinsam mit den Gemeinden und der Bevölkerung mit Nachdruck einsetzen“, betonen Lindner und Reingruber abschließend.



