Was will Putin von der Ukraine?

Was will Putin von der Ukraine? © BLO24
Ein imperialer Feldzug zur Auslöschung einer Nation


Seit Februar 2022 führt Russland einen groß angelegten Krieg gegen die Ukraine. Offiziell als „Spezialoperation“ bezeichnet, handelt es sich in Wirklichkeit um den Versuch, die ukrainische Staatlichkeit zu zerschlagen und das Land unter russische Kontrolle zu bringen. Hinter dem militärischen Vorgehen steckt nicht nur geopolitisches Kalkül, sondern auch eine tiefe ideologische Überzeugung, die auf imperialer Geschichtsauslegung beruht.

Historischer Revisionismus
Wladimir Putin bestreitet der Ukraine das Recht auf eine eigenständige Existenz. In einem 2021 veröffentlichten Essay erklärte er, Russen und Ukrainer seien „ein Volk“ – eine Sichtweise, die auf zaristische und sowjetische Geschichtsbilder zurückgreift. Die Ukraine wird dabei als „verlorenes Gebiet“ gesehen, das zurückgeholt werden müsse.

Geopolitische Expansion
Seit der Annexion der Krim 2014 verfolgt Moskau das Ziel, möglichst große Teile der Ukraine zu kontrollieren. Unter dem Schlagwort „Novorossiya“ spricht Putin offen von der Rückgewinnung ehemals russisch kontrollierter Gebiete.

NATO als Feindbild
Offiziell begründet der Kreml den Krieg mit einer angeblichen Bedrohung durch die NATO. Experten sehen darin jedoch einen Vorwand: Ziel sei nicht die Verteidigung, sondern die Ausweitung des eigenen Einflussbereichs und die Schwächung westlicher Bündnisse.

Putins Ziele
Zerschlagung der ukrainischen Staatlichkeit: Russland will eine Regierung in Kiew installieren, die Moskaus Interessen vertritt, und die Ukraine zur Neutralität zwingen.

Zerstörung der nationalen Identität: Kultur, Sprache und politische Unabhängigkeit der Ukraine sollen ausgelöscht werden.

Revision der Weltordnung: Putin strebt eine multipolare Ordnung an, in der Russland gleichwertig mit den USA und China als globale Macht agiert.

Erschöpfung des Westens: Durch einen Abnutzungskrieg soll die Unterstützung der Ukraine langfristig ausgehöhlt werden.

Aktuelle Lage
Die Kämpfe konzentrieren sich aktuell vor allem auf den Donbass. Russische Truppen konnten dort zuletzt kleinere Geländegewinne erzielen, während die Ukraine in anderen Sektoren standhält. Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, dass kein ukrainisches Gebiet aufgegeben werde, da dies nur eine Basis für künftige russische Angriffe schaffen würde.

Internationale Vermittlungsversuche scheitern bislang an Moskaus Maximalforderungen: Anerkennung aller besetzten Gebiete, Neutralität der Ukraine und Einschränkung westlicher Beziehungen. Der Ukraine-Krieg ist weit mehr als ein militärischer Konflikt um Territorium. Er ist Ausdruck eines imperialistischen Projekts, das die politische Landkarte Europas neu zeichnen will. Solange Putin seine Ziele nicht erreicht sieht, ist ein Ende des Krieges nicht in Sicht.

Die Ukraine verteidigt nicht nur ihr eigenes Überleben – sondern auch die Prinzipien von Souveränität und Selbstbestimmung, die die europäische Nachkriegsordnung tragen.

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