Heiliger Martin bitte schau oba
- verfasst von
- Panoptikum
Also gibt es auch den Brauch des Martinigansl – Essens.
Und damit ein unendlich trauriges Schicksal von abertausenden Gänsen, die dafür ihr Leben lassen müssen.
Natürlich wurden sie schon zu diesem Zweck gezüchtet, aber ihr Leidensweg bis zur Schlachtung ist teilweise schlimm.Wenn man bedenkt, dass ca. 250.000 Gänse auf Österreichs Tellern landen und davon 90% aus dem Ausland kommen, ist das sehr bedenklich.
Nach einem Viertel Jahr mit Mastfutter und Antibiotika in Massenställen gehalten, sind diese Geschöpfe weit weg vom so modernen „Bio". Wer mit offenen Augen durch Oberösterreich oder speziell durch das Niederösterreichische Waldviertel oder die südlichen Regionen der Steiermark fährt, kann unzählige Gänseherden sehen. Naturnahe Weidegänse, die in der Herde den ganzen Sommer über ein schönes Leben genießen und sich absolut natürlich ernähren.
Versuchen sie einmal, in einem Geschäft (Supermarkt) so ein Tier zu erwerben. Ein unmögliches Unterfangen. Aber die Tiefkühlvitrinen sind voll von ungarischen, tschechischen und anderen (Mast)Gänsen, deren Herkunft und vor allem Aufzucht, Haltung und Schlachtmethoden zweifelhaft und undurchsichtig ist.
„Meine" Gänsebäuerin im oberösterreichisch-steirischen Grenzgebiet hat es mir in einem klaren Satz erklärt. Der Großhandel zahlt so wenig, dass die Haltung und Aufzucht in der vorgeschriebenen Art für den Biobauern unweigerlich zum Defizit (also zum Hobby) würde. Eine Gans braucht ca. 100 Quadratmeter Weide und ihre 25 Tiere wären sowieso keine extra Abholung für einen Großabnehmer wert.
Noch ein interessantes Detail zur Gans.
Sie hat einen ausgeprägten Familiensinn, bleibt ihrem Partner ein Leben lang treu und trauert sichtbar bei einer Trennung. Sie ist nach einem halben Jahr erwachsen und könnte ca. 25 Jahre alt werden. Wenn sie die Chance hat, 24x Martini zu überleben.
Otto S.



