Sichern - versichern – Versicherung

Herr M. hat uns dankenswerter Weise noch ein Foto zukommen lassen, welches das „Mauerwerk“ (nicht im Sinne des Sachverständigen) möglicherweise symbolisiert. Symbolbild: © Adobe Stock Herr M. hat uns dankenswerter Weise noch ein Foto zukommen lassen, welches das „Mauerwerk“ (nicht im Sinne des Sachverständigen) möglicherweise symbolisiert.
Das kennen wir alle. Vom Hausrat über Sportaktivitäten, den Zähnen, bis hin zum KFZ gibt es für (fast) alle Dinge im Leben eine Versicherung. Dementsprechend groß (und für den Laien oft unüberschaubar) sind auch die Angebote und Mitbewerber in der Branche.

Grundsätzlich kann kein Versicherer “zaubern” und jedes Unternehmen hat in manchen Sparten spezielle Angebote, mit denen Kunden gewonnen und gebunden werden sollen. Dem Versicherungsnehmer obliegt es letztendlich zu überlegen, was für ihn wichtig und geeignet ist.

Was wir Konsumenten uns erwarten ist ganz einfach. Wenn ein Malheur passiert ist, wollen wir “geholfen werden”, wie einst Verona Feldbusch werbewirksam im TV flötete.

Und dazu nun ein Beispiel aus dem realen Alltag. Folgende Schilderung beruht auf Tatsachen.

Vergangenen Sommer, an einem herrlicher Julitag, parkte Herr M. sein Fahrzeug wie gewohnt am Büroparkplatz. Als er sich nach Dienstschluss seinem Fahrzeug näherte, musste er mit Schrecken feststellen, dass in der Zwischenzeit jemand sein Auto touchiert hatte. Außer gelber Lackspuren hatte der Übeltäter nichts hinterlassen. Keine Meldung. Keine Telefonnummer.

Herr M., seit 20 Jahren Kunde bei der Versicherung seines Vertauens, war zu diesem Zeitpunkt noch voller Zuversicht, dass die Reparatur durch die abgeschlossene „Vollkasko“, unter Berücksichtigung des Selbstbehaltes, gedeckt sei. Das dachte er zumindest. 

Zusätzlich versuchte er noch am selben Abend, über Soziale Medien eventuelle Augenzeugen ausfindig zu machen und sogar eine”Prämie” in der Höhe des zu erwartenden Selbstbehaltes ausgesetzt. Einfach aus Ärger über die Rücksichtslosigkeit des Übeltäters. Tage später fiel ihm ein verdächtiges Fuhrwerk auf, welches tagtäglich in der Nähe des Schauplatzes herumsurrt und bei dem Farbe und Form auffallend gut zu den Spuren am Auto passen könnten.

Allerdings blieb eine Kontaktaufnahme mit der Firma und den Lenkern des Arbeitsgerätes (es sind mehrere damit unterwegs) ergebnislos. Keiner bemerkte etwas oder war sich einer Schuld bewusst.

Herr M. brachte sein beschädigtes Fahrzeug schließlich in eine Fachwerkstätte und trat kurz darauf seinen gebuchten Urlaub an – mit dem Vertrauen auf eine problemlose Abwicklung durch die Kaskoversicherung. Das Auto wurde nach 14 Tagen perfekt repariert abgeholt – alles wieder gut. Bis ein Schreiben von der Versicherung Herrn M. sprichwörtlich “aus den Socken” hob. Der im Zuge der Reparaturarbeiten hinzugezogene Sachverständige stellte nämlich “Eigenverschulden” als Schadensursache fest. Herr M. wäre quasi selbst mit seinem Auto an ein Mauerwerk geraten und hätte den Schaden dadurch verursacht. Darum darf er nun gerne mehr als das Doppelte des Selbstbehaltes bezahlen.

Als Alternative wurde ihm eine krimminaltechnische Untersuchung angeboten, die sich jedoch mit weiteren 480.- € zu Buche geschlagen hätte.

Alle Urgenzen verliefen negativ, der (von der Versicherung als sehr kompetent beschriebene) Sachverständige blieb bei seiner Erstentscheidung des Eigenverschuldens und Herr M. berappte den gesamten Schaden schlussendlich aus eigener Tasche. Der Selbstbehalt machte in diesem Fall die selbe Summe aus, als die Reparatur selbst. Das war dann auch die letzte geschäftliche Beziehung zwischen den beiden.

Darum sollte man bei der Wahl seines Versicherungspartners sehr überlegt vorgehen, die Angebote “überschlafen” und Erkundigungen einholen, bevor man sich auf einen günstigen Deal einlässt. 

Die alte Weisheit hat somit immer noch seine Gültigkeit: Dass jede Versicherung nur so gut ist, wie der zuständige Betreuer vor Ort und dass ein paar ersparte “Kröten” bei Abschluß, oft später teuer bezahlt werden müssen.

 

Damit's gar nicht soweit kommt…

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