Kabarettrunde Rottenmann wählt neue Obfrau
- verfasst von BLO24
- Kulturelles
Bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Kabarettrunde Rottenmann wurde ein bedeutender Generationenwechsel vollzogen: Eveline Glanzer übernimmt die Funktion der Obfrau. Damit endet eine Ära, denn seit der Vereinsgründung im Jahr 2002 stand Klaus Baumschlager an der Spitze des Vereins.
Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg prägte Baumschlager die Kabarettrunde maßgeblich und machte sie zu einem fixen Bestandteil des kulturellen Lebens in Rottenmann. Besonders eng ist sein Name mit dem „Rottenmanner Faschingskabarett“ verbunden, das er mit großem Engagement und viel Herzblut entwickelte. Ganz verabschieden wird er sich jedoch nicht: Als Obmann-Stellvertreter bleibt er dem Verein weiterhin erhalten und unterstützt die neue Obfrau aktiv.
In seinen Schlussworten blickte Baumschlager sichtlich bewegt auf die vergangenen Jahre zurück. Unter seiner Leitung wurden elf Faschingskabaretts auf die Bühne gebracht, eine Faschingsgaudi organisiert sowie zahlreiche eigene Stücke geschrieben. Der kreative Output reichte von Sketches, Liedern und Tanzeinlagen bis hin zu beliebten Formaten wie dem Männerballett oder den legendären „Buchstabenstücken“. Ein besonderer Höhepunkt war ein Auftritt in der Fernsehsendung „Narrisch Guad“, der dem Verein überregionale Aufmerksamkeit verschaffte.
Ein Meilenstein war auch die Einführung der „Seitenbühne“ im Jahr 2004: Gemeinsam mit Gernot Breitenberger begeisterte Baumschlager dort in verschiedensten Rollen – von Kaiserin Sissi und Kaiser Franz bis hin zu humorvollen Figuren wie Fr. Pospischil und Fr. Navratil. 2014 folgte schließlich die Gründung der „Kabarettgarde“, die das Programm zusätzlich bereicherte.
„Jedes Faschingskabarett war ein Gemeinschaftsprojekt“, betonte Baumschlager. „Es ist uns immer wieder gelungen, lokale Ereignisse, gesellschaftliche Themen sowie Politik und Kultur humorvoll aufzugreifen – stets mit einem Augenzwinkern und ohne jemanden zu verletzen.“
In den vergangenen zwei Jahren blieb die Bühne jedoch leer. Als Gründe nennt Baumschlager fehlendes abendfüllendes Material sowie die oft zu ernste weltpolitische Lage, die sich schwer für humoristische Aufarbeitung eignete. Zeitweise stand sogar die Auflösung des Vereins im Raum. Mit der Wahl von Eveline Glanzer konnte dieses Szenario jedoch abgewendet werden.
Die Mitglieder dankten Baumschlager herzlich für seinen unermüdlichen Einsatz, seine kreative Handschrift und die vielen unvergesslichen Momente der letzten 24 Jahre. Gleichzeitig wurde Eveline Glanzer mit großem Vertrauen in ihrer neuen Rolle willkommen geheißen.
Nun richtet sich der Blick nach vorne: Der neue Vorstand steht vor wichtigen inhaltlichen und organisatorischen Entscheidungen. Mit frischen Ideen und dem Bewusstsein für die gewachsene Tradition könnte es schon bald wieder heißen: Vorhang auf für die Kabarettrunde Rottenmann – vielleicht bereits im Jahr 2027 im Volkshaus.



