Suchtmittelring in der Obersteiermark zerschlagen
Im Zuge eines lang angelegten und hochkomplexen Ermittlungskomplexes gelang es Beamtinnen und Beamten des Landeskriminalamts Steiermark, unterstützt durch das Bundeskriminalamt sowie verdeckte Ermittler, einen seit Jahren professionell organisierten internationalen Suchtgifthändlerring zu zerschlagen. Die Operation mit dem Decknamen „OP KAUKASUS“ mündete in der Anzeige von insgesamt 42 tatverdächtigen Personen, darunter mehrere Haupttäter mit Verbindungen in den Balkanraum sowie nach Tschetschenien.
Ermittlungsverlauf:
Die Ermittlungen begannen im Jahr 2022, nachdem Hinweise auf einen groß angelegten Kokainhandel im hochsteirischen Raum eingegangen waren. Bereits im März 2023 konnten erste Festnahmen erfolgen und bedeutende Suchtgiftmengen beschlagnahmt werden. Weitere Operationen führten zu mehreren Zugriffen, bei denen Zwischenhändler, Kuriere und Lagerverantwortliche identifiziert und festgenommen wurden.
Die kriminelle Organisation operierte arbeitsteilig, ähnlich einer Konzernstruktur, und agierte über ein weitverzweigtes Netz in der Steiermark, Wien und Oberösterreich. Das Suchtgift wurde über ausgeklügelte Logistikrouten aus dem Kosovo, Spanien, Slowenien, Deutschland und den Niederlanden nach Österreich geschmuggelt – unter anderem mit Reisebussen und Lkw-Transporten.
Sicherstellungen im Rahmen der Ermittlungen:
- 11,5 kg Kokain
- 80 kg THC-haltiges Cannabis
- 10 kg Cannabisharz
- 250 g Amphetamin
- 95.000 Euro Bargeld
- Zahlreiche Faustfeuerwaffen und Langwaffen
- Große Mengen Munition
Besondere Gefährdungslage:
Die Ermittlungen offenbarten eine außergewöhnlich hohe Gewaltbereitschaft, insbesondere innerhalb der tschetschenischen Tätergruppen. Es konnten mehrere Fälle von Nötigung, Körperverletzung, Misshandlung bis hin zu systematischer psychischer und physischer Folter dokumentiert werden. Diese schweren Menschenrechtsverletzungen ergänzen die Suchtmitteldelikte um eine Reihe gravierender Straftaten.
Ermittlungserfolg:
Durch konsequente kriminal- und sicherheitspolizeiliche Arbeit konnte der operative Kern des Drogenrings vollständig ausgeforscht und zerschlagen werden. Der Gesamtumfang des sichergestellten Suchtgifts beläuft sich auf mehrere hundert Kilogramm, wobei allein in einem Zeitraum von nur sieben Monaten mindestens 1.550 Kilogramm THC-haltiges Cannabis nach Österreich eingeführt worden sein dürften.
Fazit:
Mit der erfolgreichen Durchführung von OP KAUKASUS wurde ein massiver Schlag gegen den organisierten Suchtgifthandel in der Steiermark erzielt. Das koordiniert agierende Netzwerk konnte durch akribische Ermittlungsarbeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und verdeckte Operationen entscheidend geschwächt werden. Die Verfahren sind derzeit bei der Staatsanwaltschaft Graz anhängig und die weiteren strafrechtlichen Aufarbeitungen im Gange.



