Schutz kritischer Infrastruktur

Feierliche Übergabe der Digitalfunkgeräte durch Müller, Mayer, Schickhofer und Ortner Bild: Gruber/LPD Feierliche Übergabe der Digitalfunkgeräte durch Müller, Mayer, Schickhofer und Ortner
Stmk: Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung und die Landespolizeidirektionen Steiermark und Burgenland luden heute, 11. Dezember 2017, Medienvertreter zu einem Hintergrundgespräch zum Thema Schutz kritischer Infrastruktur ein.

Die Veranstaltung fand im Beisein des steirischen Landespolizeidirektors, Hofrat Mag. Gerald Ortner, MA und des burgenländischen Landespolizeidirektors, Mag. Martin Huber, statt. Ebenso wohnte der steirische Landeshauptmannstellvertreter, Mag. Michael Schickhofer, der Veranstaltung bei. Anwesend waren auch der Abteilungsleiter für den Digitalfunk im BMI, Wolfgang Müller und die Referatsleiterin zum Schutz kritischer Infrastrukturen des BVT, Mag. Sylvia Mayer sowie Vertreter von burgenländischen und steirischen Betreibern kritischer Infrastruktur.

In drei Gesprächsrunden erklärten die Experten jene Maßnahmen, die in Zukunft zum Schutz kritischer Infrastruktur ergriffen werden. Dazu zählt unter anderem auch die Einbindung der Betreiber in das Digitalfunknetz BOS, um im Ernstfall eine ausfallssichere und verschlüsselte Kommunikation aller Beteiligten zu ermöglichen: „Das System ist autark und greift dann, wenn andere Kommunikationsmittel nicht mehr zur Verfügung stehen“, betont Wolfgang Müller.

Wie wesentlich der Schutz kritischer Infrastruktur geworden ist, erklärten die Landespolizeidirektoren Gerald Ortner und Martin Huber. Gerald Ortner wies in diesem Zusammenhang auf insgesamt 21 Beschädigungen kritischer Infrastruktur hin, die sich im letzten Jahr in der Steiermark ereigneten: „Im Bezirk Voitsberg gab es einen Fall, in dem mehrere Handymasten beschädigt wurden. Unsere Soko „Handymast“ konnte den Täter schließlich ausforschen. Es ist also wichtig, dass die Polizei mit den Betreibern kritischer Infrastruktur gut vernetzt ist und ein gemeinsames Vorgehen festgelegt wird.“

Begrüßt wird die Einbindung der Betriebe in das Digitalnetz auch auf Landesebene. Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer lobte die bereits bestehende Zusammenarbeit aller Einsatzorganisationen mit den Betreibern kritischer Infrastruktur. „Diese bestehende Zusammenarbeit soll nun weiter ausgebaut werden, damit wir im Einsatzfall rasch agieren und handeln können. Die Informationskanäle müssen einwandfrei funktionieren.“

Die Digitalfunkgeräte wurden im Anschluss an die anwesenden Unternehmer überreicht.

Schutz kritischer Infrastruktur - Hintergrundinformationen

„Zur kritischen Infrastruktur zählen die Lebensadern der Gesellschaft, also beispielsweise Krankenhäuser, Banken und Energieunternehmen – alle Unternehmen, ohne die wir unser alltägliches Leben nicht meistern könnten“, betonte Sylvia Mayer. Um als Unternehmen zur kritischen Infrastruktur gezählt zu werden, müssen bestimmte Kriterien vorliegen:

Zeitlicher Rahmen – ab wann macht sich der Ausfall eines Unternehmens für die Bevölkerung bemerkbar?
Art der Auswirkung – welche Auswirkungen hat der Ausfall des Unternehmens auf das Leben, die Gesundheit der Menschen bzw. auf die Volkswirtschaft?
Ausmaß der Auswirkung – wie viele Menschen sind im Ernstfall betroffen?
Bestehende Redundanzen – gibt es andere Unternehmen, die alternativ tätig werden können?

Insgesamt gibt es derzeit in Österreich 400 Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen, welche diese Kriterien erfüllen und somit zur kritischen Infrastruktur gezählt werden.

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