Großes Rätsel um Toten im Wald
- verfasst von BLO24
- Steiermark
Oberzeiring/Bretsteingraben (Bezirk Murtal) – Seit mehr als einem Jahr beschäftigt ein außergewöhnlicher Kriminalfall die Ermittler des Landeskriminalamtes Steiermark. In einem abgelegenen Waldgebiet im obersteirischen Bretsteingraben wurden menschliche Überreste entdeckt – doch bis heute ist unklar, wer der Mann war. Neue Ermittlungsansätze führen nun erstmals nach Deutschland. Die Polizei hofft auf entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung.
Ein unbekannter Toter und viele offene Fragen
Die sterblichen Überreste wurden nach bisherigen Ermittlungen bereits vor vielen Jahren in einem schwer zugänglichen Waldstück nahe einer Wildtierfütterung gefunden. Auch ein Fahrrad wurde dort entdeckt. Dennoch wurde der Fund damals nicht gemeldet. Erst im Jahr 2025 gelangte der Fall durch eine Anzeige an die Polizei und löste umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen aus.
Trotz intensiver DNA-Analysen, forensischer Untersuchungen sowie internationaler Abgleiche mit Vermisstenfällen konnte die Identität des Verstorbenen bislang nicht geklärt werden.
Experten gehen derzeit von einem Mann im Alter zwischen 40 und 60 Jahren aus. Seine Körpergröße dürfte etwa 160 bis 170 Zentimeter betragen haben. Der Todeszeitpunkt wird auf die Jahre zwischen 2014 und 2019 geschätzt. Da der Schädel fehlt und sich die sterblichen Überreste in einem fortgeschrittenen Verwesungszustand befanden, konnte die Todesursache nicht mehr festgestellt werden. Auch ein Fremdverschulden kann daher nicht ausgeschlossen werden.
Auffälliges Radtrikot könnte entscheidende Spur liefern
Besondere Aufmerksamkeit richten die Ermittler auf mehrere Kleidungsstücke, die beim Toten gefunden wurden. Von zentraler Bedeutung ist ein graues Radtrikot, das vermutlich in Italien hergestellt und von der ehemaligen „National Cycling Academy“ (NCA) im Raum Bremen an Teilnehmer von Spinning-Kursen in den Jahren 2008 und 2009 ausgegeben wurde.
Da die damalige Firma nicht mehr existiert und keine Teilnehmerlisten erhalten sind, hoffen die Ermittler nun auf Erinnerungen ehemaliger Kursteilnehmer oder deren Angehöriger.
Auch das sichergestellte Fahrrad der Marke Cube wurde ursprünglich in Deutschland vertrieben. Die Ermittler prüfen deshalb intensiv mögliche Verbindungen des unbekannten Mannes nach Deutschland.
Polizei bittet um Mithilfe
„Vielleicht erkennt jemand das Trikot, erinnert sich an einen Teilnehmer eines damaligen Kurses oder vermisst seit Jahren einen Angehörigen, Freund oder Bekannten. Jeder Hinweis kann helfen, die Identität des Mannes zu klären und seinem Schicksal endlich einen Namen zu geben“, erklärt Chefinspektor Andreas Dirnberger vom Landeskriminalamt Steiermark.
Der Fall wurde am 10. Juni 2026 in der Live-Sendung „Fahndung Österreich“ auf ServusTV und ServusTV On vorgestellt. Die Polizei hofft insbesondere auf Hinweise aus Deutschland, die zur Identifizierung des bislang unbekannten Toten beitragen könnten.
Hinweise erbeten an:
Landeskriminalamt Steiermark
☎ 059133 / 60-3333
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