Erschöpfte Kletterer aus Felswand gerettet

Erschöpfte Kletterer aus Felswand gerettet © Bergrettung Stmk.
Hitzewelle fordert Bergrettung

Steiermark: Die anhaltende Hitzewelle sorgt derzeit auch in den steirischen Bergen für eine deutlich steigende Zahl an Einsätzen der Bergrettung. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und unterschätzte Belastungen führen vermehrt zu Kreislaufproblemen, Erschöpfung und Orientierungsverlust. Allein am vergangenen Samstag waren mehrere Ortsstellen der Bergrettung Steiermark nahezu durchgehend im Einsatz.

Spektakuläre Rettung aus der Südwand des Admonter Kaiblings

Besonders herausfordernd gestaltete sich am Samstagnachmittag (27. Juni 2026) ein Einsatz der Bergrettung Admont in der Südwand des Admonter Kaiblings auf rund 1.900 Metern Seehöhe. Zwei Kletterer waren in einer Route des fünften Schwierigkeitsgrades völlig erschöpft und konnten weder vor noch zurück.

Eine direkte Taubergung durch den Polizeihubschrauber war aufgrund der Geländesituation nicht möglich. Deshalb wurden fünf Bergretter sowie ein Alpinpolizist mit dem Hubschrauber in die Nähe der Einsatzstelle geflogen. Zwei erfahrene Bergretter stiegen in die anspruchsvolle Kletterroute ein, erreichten die erschöpften Alpinisten und seilten sie rund 100 Meter sicher ab. Nach der notfallmedizinischen Erstversorgung durch Bergrettungssanitäter wurden die beiden weitere 150 Meter seilgesichert zu einem geeigneten Standplatz begleitet. Erst dort konnte sie der Polizeihubschrauber mittels Tau aufnehmen und sicher ins Tal fliegen.

Mehrere Hitzeeinsätze innerhalb weniger Stunden

Bereits unmittelbar zuvor war die Bergrettung Admont bei der Hesshütte gefordert. Ein Wanderer erlitt auf dem Wanderweg einen Kreislaufkollaps. Nach der Erstversorgung durch die Bergrettung wurde die Person mit einem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Die Begleitpersonen wurden anschließend von den Einsatzkräften sicher ins Tal begleitet.

Insgesamt standen rund 30 Einsatzkräfte der Bergrettung Admont gemeinsam mit der Alpinpolizei Liezen über fünf Stunden im Einsatz.

Verirrte Wanderer rechtzeitig gefunden

Auch auf der Tauplitzalm musste die Bergrettung ausrücken. Zwei Wanderer verirrten sich beim Abstieg und fanden den markierten Weg nicht mehr. Mit zunehmender Erschöpfung und einsetzender Dämmerung setzten sie einen Alpinen Notruf ab. 15 Einsatzkräfte der Bergrettung Tauplitz konnten die beiden rasch lokalisieren und sicher ins Tal begleiten.

Weitere Einsätze in der Obersteiermark

Auch andere Ortsstellen waren am Wochenende gefordert:

  • Die Bergrettung Schladming unterstützte das Rote Kreuz bei einem Einsatz im Bereich des Riesachfalls, nachdem eine Person auf dem Wanderweg Kreislaufprobleme erlitten hatte.
  • Am Großen Hengst verletzte sich ein Wanderer am Knöchel. Die Bergrettung Hohentauern versorgte den Verletzten notfallmedizinisch und transportierte ihn über mehrere hundert Höhenmeter schonend zu einem Übergabepunkt.
  • Die Bergrettungen Landl und Wildalpen wurden zu einem Einsatz in die Palfauer Wasserlochklamm alarmiert.

Bergrettung appelliert: Hitze am Berg nicht unterschätzen

Die Bergrettung Steiermark weist darauf hin, dass hohe Temperaturen auch im Gebirge erhebliche Risiken mit sich bringen. Körperliche Leistungsfähigkeit und Konzentration nehmen bei Hitze deutlich ab, während Flüssigkeits- und Elektrolytverluste rasch zu Erschöpfung oder Kreislaufproblemen führen können. Touren sollten deshalb an die aktuellen Wetterbedingungen angepasst und keinesfalls unterschätzt werden.

Tipps der Bergrettung für Bergtouren an heißen Tagen

  • Touren möglichst früh am Morgen beginnen und die Mittagshitze vermeiden.
  • Länge und Schwierigkeit der Tour den hohen Temperaturen anpassen und defensiv planen.
  • Schattige, bewaldete oder nordseitige Routen bevorzugen.
  • Ausreichend trinken – bereits vor der Tour sowie regelmäßig unterwegs, nicht erst bei Durst.
  • Leichte, atmungsaktive Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Sonnencreme verwenden.
  • Eine vollständige Notfall- und Erste-Hilfe-Ausrüstung mitführen.
  • Besonders auf Kinder, ältere Menschen und Hunde achten, da sie Hitze oft schlechter vertragen.

Fazit: Das vergangene Wochenende zeigt eindrucksvoll, wie stark die aktuelle Hitzewelle auch die Bergrettung fordert. Wer Touren sorgfältig plant, ausreichend trinkt und seine eigenen Grenzen realistisch einschätzt, trägt wesentlich dazu bei, gefährliche Notlagen am Berg zu vermeiden.

 
 
 

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