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Sparen, investieren und die Schulden steigen

8,86 Milliarden Euro Schulden bis Ende 2027, Einsparungen in der Landesverwaltung und gleichzeitig neue Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur: Der steirische Landtag beschäftigt sich am Dienstag mit dem Landesbudget 2027. Finanzsprecherin Martina Kaufmann (ÖVP) verteidigt den eingeschlagenen Sparkurs und setzt auf wirtschaftliche Stabilität.
Graz/Steiermark. Weniger neue Schulden, eine schlankere Verwaltung und trotzdem ausreichend Geld für wichtige Zukunftsprojekte: Vor dieser finanziellen Herausforderung steht die steirische Landespolitik. Am Dienstag, dem 20. Oktober 2026, wird der Budgetentwurf für das kommende Jahr im Landtag behandelt. Dabei geht es nicht nur um Einsparungen, sondern auch um die Frage, welche Investitionen sich das Land künftig leisten kann.
„Für uns bedeutet verantwortungsvolle Budgetpolitik, heute die Voraussetzungen für ein starkes Zukunftsland Steiermark zu schaffen“, erklärt ÖVP-Finanzsprecherin Martina Kaufmann.
Sparmaßnahmen beginnen bei Verwaltung und Politik
Die Landesregierung will die Neuverschuldung reduzieren und setzt dafür auf strukturelle Veränderungen. So sollen weitere 150 frei werdende Stellen im Landesdienst nicht nachbesetzt werden.
Auch die Politik soll ihren Beitrag leisten: Eine zusätzliche Nulllohnrunde ist vorgesehen, Regierungsbüros werden verkleinert und Repräsentationsausgaben reduziert. Landesförderungen sollen künftig stärker auf ihre tatsächliche Wirkung überprüft werden.
„Wer Konsolidierung verlangt, muss selbst einen Beitrag leisten. Das tun wir“, betont Kaufmann.
Neue Steuern für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lehnt die ÖVP ab. Auf der Einnahmenseite ist allerdings eine Erhöhung der Nächtigungsabgabe vorgesehen.
Mehr Geld für Kinderbetreuung, Gesundheit und Pflege
Trotz der angespannten Finanzlage plant das Land zusätzliche Ausgaben in mehreren Bereichen.
Für 2027 sind 40 neue Kinderkrippengruppen und 20 zusätzliche Kindergartengruppen vorgesehen. Bei der Schulassistenz soll nicht gespart werden.
Im Gesundheitswesen stehen die regionale medizinische Versorgung, Gesundheitszentren, Pflegeeinrichtungen und das Rettungswesen im Mittelpunkt. Auch das Projekt einer neuen Psychiatrie in Bruck an der Mur wird weiterverfolgt.
319 Millionen Euro für Verkehr – mehr Geld für Hochwasserschutz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Infrastruktur. Das Verkehrsbudget soll auf 319,39 Millionen Euro steigen. Die Elektrifizierung der Murtalbahn wird fortgesetzt.
Auch die Feuerwehren können laut Budgetplanung mit finanzieller Unterstützung rechnen. Das Feuerwehrpaket in Höhe von 25,5 Millionen Euro bleibt abgesichert.
Für Hochwasserschutz und Rutschhangsicherungen sind 18,4 Millionen Euro vorgesehen – um 7,8 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr.
Gerade für Regionen mit alpinen Gefahrenlagen, wie den Bezirk Liezen, sind Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren von besonderer Bedeutung.
Der finanzielle Haken: Schulden steigen auf 8,86 Milliarden Euro
Bei allen angekündigten Einsparungen bleibt die Verschuldung eine zentrale Herausforderung.
Der Gesamtschuldenstand des Landes einschließlich außerbudgetärer Einheiten soll bis Ende 2027 auf 8,86 Milliarden Euro anwachsen.
Damit zeigt sich das Spannungsfeld der steirischen Budgetpolitik: Während die Landesregierung die jährliche Neuverschuldung reduzieren möchte, steigt der gesamte Schuldenberg vorerst weiter an.
Ob die geplanten Einsparungen langfristig ausreichen, um die Landesfinanzen zu stabilisieren, wird eine wesentliche Frage der kommenden Budgetdebatten sein.
Wirtschaftsstrategie 2030: Forschung und Arbeitsplätze im Fokus
Neben dem Landesbudget steht am Dienstag auch der Fortschrittsbericht zur steirischen Wirtschaftsstrategie 2030 auf der Tagesordnung.
Darin werden unter anderem positive Entwicklungen in der Forschung und beim Ausbau digitaler Infrastruktur angeführt.
So ist die Zahl der Beschäftigten in den COMET-Forschungszentren um 14 Prozent gestiegen. Zusätzliche Mittel unterstützen junge Unternehmen und Unternehmensgründungen. Beim Glasfaserausbau konnten weitere 2.592 Haushalte erschlossen werden.
Auch die Transformation der Automobilindustrie, die Qualifizierung von Fachkräften und internationale Marktchancen zählen zu den wirtschaftspolitischen Schwerpunkten.
„Als Steirische Volkspartei setzen wir dafür auf Innovation, Unternehmertum und qualifizierte Fachkräfte“, erklärt Kaufmann.
Zwischen Sparzwang und Zukunftsinvestitionen
Die bevorstehende Landtagsdebatte wird damit von zwei zentralen Fragen geprägt: Wie kann die Steiermark ihre steigenden Schulden langfristig begrenzen, und wie lassen sich gleichzeitig Arbeitsplätze, öffentliche Dienstleistungen und notwendige Investitionen absichern?
Die Landesregierung setzt auf Einsparungen in der Verwaltung, gezielte Förderungen und wirtschaftliches Wachstum. Wie sich diese Maßnahmen tatsächlich auf die Landesfinanzen und die Bevölkerung auswirken werden, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Das Budget 2027 wird wesentlich mitbestimmen, welchen finanziellen Spielraum die Steiermark in den kommenden Jahren hat.
Der OpenStreetMap-Dienst ist erforderlich, um diese Karte zu laden.
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