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Wird das „Fest der Liebe“ in Zukunft kompliziert?

Wir haben alle noch die vergangenen Feiertage intus und in den allermeisten Familien und Partnerschaften wurde bestimmt dem Anlass entsprechend geherzt, geküsst, gedrückt und gestreichelt. Und wenn es nur die Wange war.

Aber genau dem müsste – wenn ein schwedisches „Modell“ Schule macht – bald schon ein enormer bürokratischer Aufwand vorangehen. Ist ein weihnachtliches Busserl denn schon eine sexuelle Annäherung? Darf man die Oma umarmen ohne in Verdacht zu geraten „mehr zu wollen“?

Ist ein herzliches Händeschütteln und Schulterklopfen unter KollegInnen und Bekannten verfänglich und eventuell schon erklärungsbedürftig? Oder die derzeit so moderne „Bussi Bussi“ Begrüßung schon als Begehr auf mehr zu werten? Wo sind die Grenzen? Und welches Formular oder „Ansuchen“ muss bei wirklich intimen Absichten gestellt, bestätigt und gegengezeichnet werden?

Und wie lange ist so eine „genehmigte Absichtserklärung“ dann gültig? Wird sie durch den Gang auf die Toilette oder einem unverhofften dringenden Anruf ungültig? Und genügt auch ein SMS oder eine Anfrage auf Facebook und ähnlichen „sozialen“ Medien? Kann man sich dann Formulare mit Punkteliste von Petting bis zum Koitus und irgendwelchen „Extras“ in Rohfassung aus dem Netz holen?

Allen diesen – bewusst überzogenen und provozierenden – Fragen wird sich das so lebensfrohe Volk der Schweden vermutlich bald schon stellen müssen. Vielleicht bekommt ja das Königshaus Ausnahmegenehmigungen. Oder eine Art „Freifahrtsschein“ nach Ablegen des Eides, diesen nicht zu missbrauchen?

Wie groß ist wohl die Gefahr, dass unsere Gesetzesvertreter in ihrer Wichtigkeit dasselbe oder ähnliches über uns verhängen? Natürlich nur zum Zwecke des Schutzes vor uns selber und um nicht irgendwann als „Puff von Europa“ dazustehen – als Aschenbecher hat man Österreich ja schon bezeichnet, weil wir nicht das gemacht haben, was andere Länder als richtig empfinden.

Solche Eingriffe in die Privatsphäre sind vermutlich der Auftakt zum Aussterben einiger Völker. Aber das macht nichts, denn es rücken ja genügend Andere nach, bei denen es in Sachen Fortpflanzung oder deren Versuchen nicht so bürokratisch ablaufen wird. Und jedem jungen Menschen mit etwas Grips kann man nur empfehlen Jura zu studieren, denn Gerichte und Anwälte werden eine noch nie da gewesene Hochkonjunktur erleben, um „Vertragsbrüche“ auszujudizieren.

Am besten man bestückt jene Orte, wo intime Beziehungen möglich sind gleich mit einer Kamera, auf die der Anwalt des Vertrauens jederzeit Zugriff hat. Oder sind auch Selfies und Aufzeichnungen mit dem Smartphone vor Gericht zulässig?

Das benötigt man alles nur, weil der moderne Mensch (wie es den Anschein hat) zu blöd geworden ist, sich beim Kennenlernen mit Gefühl, Logik und Vernunft (und einem gesunden Schmäh, der nicht beleidigend wird) dem/der Anderen zu nähern, ohne gleich gewisse Schranken zu überschreiten.
Und weil etliche Tussen nach Jahrzehnten zur Überzeugung gekommen sind, dass gewisse erlebte (und oft auch provozierte) Situationen den Aufwand nicht wert waren oder nicht zum erhofften Erfolg geführt haben.

Die wahren Geschädigten sind jetzt jene Menschen, die wirklich Schlimmste und unwürdige Erlebnisse hatten (meist sogar im unmittelbaren Bekanntenkreis) und im Zuge dieses unnötigen Trara's nicht mehr ernst genommen werden oder sich deswegen nicht an die Öffentlichkeit trauen mit ihren Problemen. Mein Gott, wie einfach war das Leben doch, als man entweder einen feuchten Kuss oder einen schnippische Absage riskierte. Manchmal unvergesslich schöne und aufwühlende Stunden, oder auch eine satte „Tetschn“, wenn eine imaginäre Grenze ungewünscht überschritten wurde.

Und so etwas wurde nicht ins Netz gestellt und von einer riesigen unbeteiligten Schar irgendwelcher Personen bewertet und kommentiert. Das einzige Netz, das es damals gab, war nämlich das Stromnetz oder das Fischernetz.

Otto S.

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