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Masern, Röteln, Schafblattern und co.

Bild von Otto S. Bild von Otto S.
Seit Tagen geistern seitenlange Berichte über eine Kinderkrankheit – die Masern – durch die Medien.

Als ein „im tiefen vorigen Jahrhundert Geborener“ wundert man sich über die doch sehr intensive Berichterstattung. Ist es ein willkommener Lückenfüller nach dem großen Schneechaos, oder doch wissenswert, dass „über 20 Kinder nicht zur Schule dürfen und in Graz schon 50 Babys geimpft wurden?“ Als ich noch in unsere kleine Dorfschule marschierte, gab es ständig irgendwelche Krankheitsfälle, die eine Klasse vorübergehend locker halbierten.

Masern, Röteln, Schafblattern, Mumps, Scharlach und Co. gehörten so zu sagen zum Erwachsen werden dazu. Wusste man doch auch, dass einige dieser Kinderkrankheiten danach für eine lebenslange Immunität sorgten, wenn man sie überwunden hatte. Wobei gewisse Vorsichtsmassnahmen natürlich von den Eltern sehr überwacht wurden.

Auf keinen Fall die Krusten an der Haut aufkratzen, auch wenn es noch so juckte. Vor allem den Mädchen wurde bei nicht Einhaltung mit sichtbaren Narben an den betroffenen Stellen gedroht. Und wir Kinder trugen die Pusteln und Flecken (auch wenn sie teilweise wirklich gemein juckten) mit tapferer Gelassenheit. Auch in Anbetracht von mindestens einer schulfreien Woche.

Und die restlichen Geschwister daheim konnten sich schon seelisch darauf vorbereiten, was höchstwahrscheinlich in nächster Zeit auf sie zukommen würde. Einzige Gegenmaßnahme waren meist ein paar Tage im Bett, teilweise im verdunkelten Zimmer – warum auch immer - (ohne Smartphones – ja nicht einmal mit TV),

Bei Bedarf mit einem „Krenketterl oder Essigpatscherln“ gegen das Fieber und einem Saft aus Maiwipferln und Spitzwegerich gegen die Hustenanfälle. Der wirkte immer, war er doch süß und schmeckte köstlich.Und man hörte – zumindest in der Enns – und Paltentaler Gegend nie was von Spätschäden oder ähnlichem. Dazu muss aber auch erwähnt werden, dass dem „Ennstaler“ solche Normalitäten wie Masern kaum eine Zeile wert gewesen wären.

Höchstens wenn eine Krankheitswelle wirklich eine ganze Schule zum Schließen gezwungen hätte, was sich allerdings meiner Kenntnis entzieht. Teilweise wird man den Verdacht nicht ganz los, dass hinter der ganzen Medienpräsenz von Schnupfen, Masern und Co. eher die Pharmaindustrie mit Tipps und Befürchtungen präsent ist.

Diese Zeilen sollten bitte niemanden davon abhalten, sein Kind impfen zu lassen, oder die empfohlenen Vorsichtsmassnahmen zu ignorieren. Natürlich hat die Medizin inzwischen andere Erkenntnisse und Methoden, um den bestmöglichen Schutz für die Betroffenen zu gewährleisten und etwaige Dauerfolgen zu vermeiden.Es ist nur ein kleines Gedankenspiel, wie „wir damals“ überhaupt überleben konnten. Und eine alte Weisheit meiner Urgroßmutter fällt mir dabei auch noch ein.

Sie sagte zu meiner Mutter immer: „A gsunda Gschropp braucht im Joahr 5 Kilo Dreck!“

Was natürlich bei der heutigen (unnatürlichen) Verschmutzung von Grund und Boden auch nicht mehr empfehlenswert sein würde.

Otto S.

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