Weintrauben mit Turban, das brauchen wir
- verfasst von
- Fenstergucker
Wir alle haben erkannt, dass regionale, oder zumindest Österreichische Produkte krisensicherer, umweltschonender und deswegen gesünder sind.
Und im Notfall auch für die Bevölkerung vorhanden, oder zumindest kurzfristig zu besorgen sind.
Vor allem bei den Nahrungsmitteln ist es von unschätzbarem Wert, wenn sie aus inländischer Produktion kommen.
Es gab vor einiger Zeit Statistiken zu lesen, dass unsere Lebensmittelerzeuger in fast allen Sparten uns Österreicher meist zu über 100% mit ihren Waren versorgen könnten.
Leider werden diese aber zum Großteil exportiert und über verworrene Transport – und Handelsabkommen auf internationalen Routen gewinnbringend (!) wieder importiert.
Oder durch gleiche ausländische Produkte ersetzt und eingeführt.
Mehr als fragwürdige Verträge und Fördergelder durch die EU lassen den „kleinen Mann“ am Sinn solcher Regelungen zweifeln.
Das Schlimmste und menschenunwürdigste Beispiel sind ja die Transporte lebender Tiere über tausende Kilometer.
Wenn man sich im nahe gelegenen Mini-Supermarkt einer bekannten Handelskette in grellen Farben mit der Einsparung von Plastiksackerln rühmt, aber im Obstregal Weintrauben aus INDIEN offeriert, kriegt ein normal denkender Konsument eine Krise, die mit Corona nichts zu tun hat.
Dicht gefolgt von Äpfeln aus ARGENTINIEN sind solche Auswüchse ein krasses Beispiel, was sich in unserem Konsumverhalten ändern könnte.
Wer kann sich noch daran erinnern, dass es einmal Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Kirschen und ähnliches nur zu Jahreszeiten gegeben hat, in denen diese Früchte halt „bei uns“ gereift sind. Oder zumindest in näheren Nachbarländern.
Heute werden Produkte, von denen man im „Naturkundeunterricht“ der Grundschule erst erfahren hat dass sie essbar sind, fast ganzjährig angeboten.
Avocado, Kiwi, Litschi und andere Exoten lagern in unseren Regalen.
Mein Schlüsselerlebnis war einst der Besuch einer entfernten Tante, die ihrem verwöhnten Nachzügler (also einen Cousin von mir) nachmittags eine Banane fast gewaltsam in den Mund stopfte, weil die ja so gesund sein sollen. Ich hatte bis dahin noch nie so ein Obst gegessen in meinen sieben Lebensjahren.
Bekannt waren mir die Ribisl, Birnen, Äpfel, Zwetschken, Kirschen und Stachelbeeren aus dem eigenen (und manchmal auch aus des Nachbars) Garten.
Ich durfte ein Stück von dieser Banane probieren und stellte erfurchtsvoll aber enttäuscht fest, dass sie eigentlich ziemlich „bazig“ schmeckte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die sparsame Tante den letzten, schon etwas dunkleren Rest aus der Schale quetschte und mir gönnerhaft offerierte.
Also Leute, verweigern wir die „Trauben mit Turban“ und freuen uns über die heimischen Obst - und Gemüsesorten, die wir ja jetzt wieder selber vom Bauernmarkt holen können.
Oder nach wie vor auch per praktischem „Heimservice“ bestellen und zur Haustüre geliefert bekommen.
Otto S.



