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Die Fernbedienung und ihre Gefahren

Abgesehen davon, dass sie neben dem Mobiltelefon einer der größten Virenträger ist (angeblich höher kontaminiert als die Klobrille) und deshalb regelmäßig gesäubert und desinfiziert werden sollte, birgt sie noch andere „Gefahren“.


In den letzten Wochen haben bestimmt viele Menschen tagsüber öfter den TV - Apparat eingeschaltet. Pressekonferenzen, Nachrichten, Statistiken über Erkrankungen, Todesraten, Schutzmaßnahmen. Man will informiert sein. Und gerade die „gefährdete Generation 60+“ ist oft nicht so „Smartphone – fit“ und verwendet lieber das gute alte Medium Fernseher dazu.

Die Kinder sind daheim und „Heimschule“ ist auch nicht ganztägig.
Also ist auch in dieser “Abteilung“ der Griff zur Fernbedienung verlockend. Einfach mal durchzappen, was es so gibt in der Flimmerkiste. Zu Tageszeiten, wo man sonst in der Schule, in der Arbeit oder sonst wo ist. Außerdem ist es kein Geheimnis, dass in vielen Familien der Fernseher als Babysitter regelmäßig seine Arbeit verrichtet.

Und damit zu einer anderen Gefahr durch die Fernbedienung.

Wenn man zu den Hauptsendezeiten ab 20.15 Uhr eine der vielen Krimiserien anschaut, kommt oft im Vorspann der Hinweis, dass diese Sendung für Zuseher unter 16 Jahren nicht geeignet sei.

Schaltet man sich tagsüber durch die Sender, findet man wieder viele dieser Filme über den ganzen Tag verteilt. Teilweise sogar im “Multipack“.

Da agiert die Knochenjägerin genauso wie das Team von CSI, der Mentalist, Law and Order oder andere Supertruppen, die täglich die Welt retten. Kommissar Rex oder der Bulle von Tölz sind dabei noch als harmlos einzustufen. Dazwischen gibt's noch Polizisten auf Streife, Frauentausch oder den Blaulichtreport.

Früher nannte man das im ORF „Schichtarbeiter Programm“. Erinnern sie sich noch daran? Das begann am späteren Vormittag und zeigte den Nachtarbeitern, was sie am Abend davor versäumt hatten. Heute gibt es ab 7.30 Uhr schon „The Mentalist“, oder „den Tätern auf der Spur“ zu Nutella -Brötchen und Kakao.

Es kann einem doch etwas mulmig werden bei dem Gedanken, dass der Nachwuchs zwischen den Simpsons, Tom und Jerry oder der Biene Maya sich auch drei bis vier Folgen eines Krimis oder einer anderen Actionserie genehmigen könnte, während die Eltern anderwärtig beschäftigt sind. Der Anblick einer ausgeweideten Leiche am Seziertisch, aus der die Pathologen die Innereien herausarbeiten wie ein Mechaniker den Luftfilter aus dem Motorraum, ist bestimmt nichts für kindliche Augen und Seelen, um positiv und fröhlich gestimmt über den Tag zu kommen.

Meist zusätzlich zu mehr oder weniger kriegerischen Spielen im Internet und auf den Spielkonsolen. Ob man gewisse Sender in einem bestimmten Zeitraum „sperren“ kann, um dem Nachwuchs grausliche Anblicke zu ersparen, entzieht sich meiner Kenntnis, wäre aber durchaus empfehlenswert, meint Otto S.

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