Sonnenwende - die Tage werden kürzer

Sonnenwende - die Tage werden kürzer Foto: Howard Walsh
Während wir noch auf einen spürbaren Anfang von Sommer und Badezeit warten, ist die Sonne schon an ihrem Höchststand angelangt.


Auf der nördlichen Halbkugel von Mutter Erde erreicht sie zwischen 21. und 24. Juni ihren höchsten Stand. Damit wird auch offiziell der Frühling beendet und der astronomische Sommer beginnt.
Im Norden herrscht jetzt die „Mitternachtssonne“, die in den skandinavischen Ländern ausgiebig gefeiert wird. Wie weit heuer in Schweden die traditionellen Mittsommerfeste wegen Corona abgehalten werden können, wird fraglich sein. Traurig für die Menschen, denen ja auch eine lange finstere Zeit mit kaum Tageslicht bevorsteht.

Bei uns werden seit wenigen Jahrzehnten wieder Sonnwendfeiern veranstaltet. Ist dieser Zeitpunkt doch für die bäuerlichen Wetterprognosen von hoher Wichtigkeit. Zahlreiche Bauernregeln zum Johannistag geben davon Zeugnis ab.
Zum Beispiel: Regnets am Johannistag, so regnet es noch 14 Tag. Also werden wir das Wetter am 24. Juni besonders genau im Auge behalten.

Bei uns im Bezirk werden oft am Samstag vor der Sonnenwende oder am darauffolgenden Samstag Sonnwendfeuer abgebrannt. Auf Berggipfeln oder weithin gut sichtbaren Plätzen wird Brennmaterial zusammengetragen und nach Einbruch der Dunkelheit entzündet. Feuer und Rauch waren schon immer ein wichtiges Mittel, um schützende und reinigende Wirkung zu erzielen. Die Flamme symbolisiert ja auch das „Lebenslicht“.

Der Johannisnacht werden besondere Kräfte nachgesagt, die sich auch in der Natur entfalten. Heilpflanzen und Kräuter sollen magische Kräfte bekommen.

Daraus entstand der Brauch, Sonnwendkränze oder Sonnwendbüscherl zu binden, die dann zum Schutz vor Dämonen an Fenstern und Türen angebracht werden. Auch die Stallungen werden am Abend vor dem Johannistag damit bestückt, um vor Gefahren und ungebetenen Gästen zu schützen.

Die Art und Anzahl der Kräuter, Blumen und Gräser, die für ein Sonnwendbüscherl verwendet werden, variiert bei uns je nach Tal oder Ortschaft. Aber allem was verwendet wird, kommt eine Bedeutung zu.
Bis zu 14 verschiedene Pflanzen werden vor Sonnenaufgang gepflückt und eingewässert, um dann rechtzeitig verarbeitet zu werden. Etwas blau blühendes soll dabei die Blitzgefahr bannen und das „Frauenhaar“ vor Hagel schützen. Im Gröbminger Bauernladen konnte man voriges Jahr solche Gebinde erwerben.

Johannis ist auch ein wichtiger Lostag für die Landwirtschaft. Mit dem Ende der „Schafskälte“ beginnt für viele Nutzpflanzen die Reifeperiode und der „Johannistrieb“ bei den Bäumen erfordert manchmal Schnittmaßnahmen. Auch die Spargelernte endet normalerweise mit Johannis, damit sich die Felder erholen können.
Und wir alle hoffen, dass mit der Sommersonnenwende auch bei uns wirklich der Sommer beginnt.

Mit langen, sonnig-warmen Tagen und kurzen lauen Nächten. Wenn möglich ohne Zecken, Wespen, Gelsen und dem Schei.. Virus, der noch immer unter uns ist und auf „Beute“ lauert. Also bleiben wir mit Abstand wachsam und dadurch gesund.

Otto S.

kindernothilfe c19 banner 775

Werben auf BLO24

Sie haben Interesse auf unserer Plattform zu werben? Dann zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns unter +43 (0)664 222 66 00.