Jimmy – das Hündchen aus der Mülltonne
- verfasst von
- Panoptikum
Es stimmt schon sehr traurig und nachdenklich, was mitten unter uns passiert. Gleichzeitig ist es eine Geschichte mit happy End.
Aber nur, weil Menschen mit Herz und Zivilcourage nicht weggeschaut, sondern gehandelt haben.
Vor ein paar Tagen wurde beim Supermarkt Lidl in Liezen ein Bettler ausländischer Herkunft beobachtet, der ein kleines Hündchen bei sich am kalten Asphalt hocken hatte. Bei einer Außentemperatur von -4 Grad hat das Hundebaby laut Augenzeugen am ganzen Körper gezittert. Der Mann wollte wohl mit dem Tier das Mitleid der Menschen erregen, um seine „Einnahmen“ zu erhöhen.
Nachdem mehrere Personen die Situation heftig kritisierten und angeblich auch die Polizei benachrichtigt wurde, war dem Bettler die Situation vermutlich zu „heiß“ geworden und er verdrückte sich mit dem Tierchen von seinem Standort.
Ist es Zufall oder die Folge der oben erwähnten Szene?
Jedenfalls öffnete am nächsten Morgen beim Haus Roseggergasse 13 ein Herr eine Mülltonne und bekam plötzlich ein „wimmerndes kleines Fellknäuel“ zu Gesicht. Total geschockt rief der Mann seine Tochter Bianca zu Hilfe und diese wiederum hatte im Ersten Moment nur die Idee, beim „Fritz am Bergerl“ anzurufen, der eigentlich ein spezialisierter Katzenretter ist, aber wenn es um Tiere in Not geht, ist die „Sorte“ eher nicht von Bedeutung.
Jedenfalls wurde das Hunderl geborgen und in warme Decken gehüllt. Dann stellte sich bald die große Frage „was nun – was tun“?
Die Lösung kam von Biancas Sohn Niklas (9), der felsenfest davon überzeugt war, dass kein Mensch so herzlos sein könnte, um so ein kleines Viecherl wieder weg zu geben.
Was soll eine Mama darauf argumentieren?
Man marschierte mit dem Kleinen zum Tierarzt der seine Gesundheit feststellte und die Familie ward um ein Mitglied größer geworden. Jimmy heißt er jetzt, der kleine Racker. Und ein paar Untersuchungen wird er noch über sich ergehen lassen müssen, aber er fühlt sich schon „pudelwohl“ bei seinem neuen Rudel. Wir wünschen der Familie noch viel Freude und Liebe mit ihrem neuen Haustier.
Das ist der schöne Teil dieser Geschichte im alten Jahr.
Die große Frage ist jetzt, ob der ominöse Bettler vom Lidl sich seines Tieres auf diese grausame Art entledigt hat, oder ob es ein sehr, sehr seltsamer Zufall war?
Oder ob Jimmy schon das Erste Opfer „als unbrauchbares Weihnachtsgeschenk“ gewesen ist?
Auf alle Fälle sollen wir Alle, die ein Herz für Tiere haben wachsam bleiben! Spenden wir keinem Bettler, der ein Tier dabei hat IRGEND ETWAS.
Wenn diese Art der Mitleidstour nicht den gewünschten Erfolg hat, wird sie wieder von selber verebben.
Machen wir Fotos mit Zeit – und Datumsangabe von solchen Ereignissen. Und geben wir in den Geschäften Bescheid, wenn sich solche Szenen vor dem Eingang abspielen. Man kann durchaus resolut darauf hinweisen, nicht mehr da einkaufen zu wollen wo es geduldet wird, überhaupt und im Besonderen mit Tieren zu hausieren.
Meistens wissen die Mitarbeiter in ihrem Stress gar nicht, was sich vor ihrer Geschäftstüre abspielt.
Und gerade bei Lidl fallen Hinweise und berechtigte Kritik auf fruchtbaren Boden.
Man erinnert sich vielleicht noch, als kurz nach der Fertigstellung der Lidl Parkplätze mehrere Personen beim Wegfahren in die Gräben zwischen den Parkplatzreihen fuhren. Auf die Kritik von BLO24.at hin wurde das Problem umgehend gelöst und die Geschäftsführung Österreich bedankte sich bei uns für den Hinweis.
Es trägt also Früchte, wenn man besonnen aber doch mit Nachdruck auf Missstände hinweist.
Also dranbleiben und der Bettlermafia mit ihren üblen Methoden keine Chance für Verdienste auf Kosten der Gesundheit und des Lebens von kleinen Tieren zu geben. Schade ist auch, dass der Exekutive hier ein Einschreiten von Gesetzes wegen fast unmöglich gemacht wird, weil eben „noch nix passiert ist“, wenn sich jemand mit seinem (?) Tier auf einem Geschäftsareal aufhält. Sie können sicher sein, dass die Beamten mit dieser Regelung auch nicht froh sind.
In diesem Zusammenhang wünschen wir unseren Lesern, dass für sie das Jahr 2018 gesund und Zufrieden verlaufen möge. Und dass schlimme Vorkommnisse immer so gut enden mögen wie für „Jimmy aus der Mülltonne“.
Otto S.



