Mein Leben hängt an deiner Leine

Mein Leben hängt an deiner Leine BLO24
Bezirk Liezen: Diesen Satz verwendet der Jagdverband für eine eindringliche Bitte an alle Hundebesitzer.


Die Setzzeit der Rehe dauert von April bis in den Juli hinein. Heuer waren am Anfang noch nicht so viele Menschen mit ihren Lieblingen unterwegs, aber es gibt hohen Nachholbedarf nach den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen.
Was gibt es schöneres, als den eigenen Hund voller Übermut durch Wiese, Feld und Weld sausen zu sehen.

Und genau hier beginnt sehr oft das Drama für den dort von der Rehgeiß „abgesetzten“ Nachwuchs.
Rehkitze sind mit ihrer Tarnfarbe und ohne Eigengeruch vor Entdeckung geschützt und flüchten daher auch nicht. Weder vor dem Hund, noch vor einem besorgten Menschen, der das „arme, verwaiste Bambi“ spontan retten will.

Für uns Menschen mit Verantwortung und Hausverstand gilt es daher, in dieser Zeit besonders wachsam und sorgsam mit dem Hund unterwegs zu sein.
Und das betrifft genauso die kleinen, „ungefährlichen“ Hunde.
Auch der neugierige Zwicker von einem „Schoßhunderl“ in das Beinchen eines Rehkitzes kann für dieses den Tod bedeuten. Die kleine Verletzung entzündet sich und Insekten legen ihre Eier darin ab.

Die Folge ist ein leiser Tod des kleinen Rehes. Ein verletztes „Bambi“ wird oft von seiner Mutter nicht mehr gesäugt und verhungert und verdurstet daher qualvoll.
Genauso tödlich ist es für das Rehkitz, wenn es von Menschenhand berührt oder gut gemeint gestreichelt wird. Das Muttertier wittert den Fremdgeruch und wendet sich von ihrem Nachwuchs ab. Das klingt für uns grausam, aber entspricht eben der Natur des Wildes.

Ein auf seine Tarnung vertrauendes Rehkitz flüchtet auch vor dem Geräusch eines Traktors nicht.
Die Heuernte bringt sehr oft Verstümmelung und Tod zu den „Kindern“ des Rehwildes. Jedes Jahr fallen unzählige Jungtiere den Mähwerken zum Opfer.

Gott sei Dank arbeiten Landwirte und Jägerschaft in dieser Situation schon sehr oft eng zusammen und vermeiden damit viele dieser Tiertragödien. Hier bieten auch Drohnenflüge mit Wärmebildkameras Abhilfe. Natürlich ist so etwas mit einem erheblichen Mehraufwand von Zeit und Geld verbunden. Aber wer schon einmal das Ergebnis einer Begegnung zwischen einem Rehkitz und den Zähnen eines Mähwerkes sehen hat müssen, denkt hoffentlich anders.

Und so sollen auch Hundebesitzer ihren wertvollen Beitrag leisten, indem sie ihre Vierbeiner wirklich an die Leine nehmen beim vergnügten Ausflug durch Wald, Feld und Wiese.
Denn wie auf den Almen sind wir auch hier nur Gäste, die sich benehmen und anpassen müssen, um ein möglichst konfliktfreies Miteinander zu erreichen.
Denn die Verlierer sind in fast allen Fällen die Tiere.

Otto S.

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